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Hygiene und Abfall im Blackout

03.01.2026

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Warum Hygiene im Blackout schnell kritisch wird

Bei einem großflächigen Stromausfall müssen wir umdenken.

Waschmaschinen waschen unsere Wäsche nicht mehr. Geschirrspüler laufen nicht mehr.

Das Warmwasser zum Hände -und Wäschewaschen, Abspülen und Duschen fällt auch relativ schnell aus. Und das auch wenn man keine Wärmepumpe hat, denn auch bei einer Öl – oder Gasheizung wird Strom für die Steuerung der Heizung und der Pumpen benötigt.
Gleiches auch bei Nah- und Fernwärme. Da hat der Anbieter vielleicht noch 2 Tage Notstrom, aber spätestens dann ist es damit auch vorbei.

Die Wasserversorgung an sich wird auch nach 48h Stunden in vielen Gebieten ausfallen, da der Sprit für die Notstromaggregate danach aufgebraucht ist.

Und die Müllabfuhr kommt in dieser Zeit auch nicht mehr.

Ein Blackout gibt uns viele neue Herausforderungen denen wir uns stellen müssen.

Eine der unterschätztesten ist der fehlende Zugang zu Hygiene. Das mag für 2-3 Tage noch nicht kritisch sein, aber desto länger wir unhygienisch sind, desto höher die Gefahr krank zu werden.

Und außerdem wird es nach einiger Zeit auch wirklich eklig, was sich sehr negativ auf die allgemeine Stimmung der Familie auswirken wird.

 

So sieht ein Hygiene  - Konzept aus das wirklich funktioniert

Dein Hygiene – System funktioniert, wenn es folgendes sicherstellt:

Nottoilette

  • Jeder weiß wo Sie ist und wie sie zu verwenden ist.
  • Es gibt keine offenen Beutel oder Eimer ohne Deckel.
  • Nach jeder Nutzung wird Bindemittel verwendet.
  • Die reguläre Toilette wird nicht mehr verwendet. (Gefahr von Rückstau oder Überfluss)
  • Toilettenbeutel werden spätestens bei halber Füllung ausgetauscht


Hände sauber halten

  • Vor dem Essen werden ausnahmslos die Hände gewaschen
  • Nach jedem Toilettengang werden immer die Hände gewaschen
  • Es gibt einen fixen Platz für Seife und Desinfektionsmittel
  • Bei Wasserausfall werden Wasserkanister mit Auslaufhähnen beim Waschbecken aufgestellt.
  • Wasser sparsam einsetzen. Dafür zusätzlich Hände desinfizieren.


Müll dicht halten

  • Kritischer Müll (Toiletten, Essensreste, Windeln) wird doppelt verpackt.
  • Müllsäcke sind zugebunden und nicht nur hingestellt.
  • Es gibt einen fixen Lagerplatz in einem Bereich außerhalb des normalen Wohnbereichs. Wie etwa draußen, am Balkon oder in einem Abstellraum.
  • Der Müll ist für kleine Kinder und Haustiere unzugänglich


Abwasch

  • Geschirr wird sparsam verwenden
  • Handwäsche mit Spülmittelwenig
  • Mit Wasser wird sparsam umgegangen
  • Ziel ist es Essenreste und Fett runterzubekommen. Das Geschirr muss nicht steril werden.

 

Minimum – Das Hygienekonzept für den Einstieg (7 Tage)

Wenn du neu beim Thema Krisenvorsorge bist, oder dich einfach nur das erste Mal mit dem Kapitel Hygiene befasst, ist es am besten, du schaust zuerst mal, dass du ein System hast, das die ersten 7 Tage funktioniert.

Hast du das erstmal erreicht kannst du ja jederzeit weiter ausbauen.


Nottoilette

Wichtiger Bestandteil davon ist ein sauberes Toilettenkonzept. Als Nottoilette reicht hier im Prinzip schon ein stabiler Eimer mit Deckel in dem ihr Müllsäcke einlegt.

Wer komfortabler sitzen möchte, kann sich auch eine einfache Nottoilette kaufen. Die ist im Prinzip auch nichts anderes, nur halt mit Klobrille.

Damit das ganze nicht zu stinken beginnt, benötigt ihr Bindemittel. Ich bevorzuge hier Sägespäne. Das ist ein natürliches Bindemittel, was bedeutet, dass ihr eure Hinterlassenschaften damit auch noch kompostieren könnt. Sägespäne sind Abfallprodukt der Holzindustrie und dadurch sehr günstig zu bekommen.

Katzenstreu oder Toilettenpulver funktionieren als Bindemittel, aber sie haben einen Haken: Du vermischt damit alles zu einem Abfall, den du später kaum sinnvoll behandeln kannst (Kompostierung fällt praktisch weg). Für kurze Lagen ist das okay – langfristig ist Sägespäne/Laub/Stroh meist die sauberere Lösung, weil es das System trocken hält und später besser handhabbar bleibt.

Für die Müllsäcke, die ihr für die Toilette verwendet, ist wichtig, dass diese undurchsichtig und extra stark sind. Desto dicker - desto besser, denn ihr werdet diesen Müll einige Tage lagern müssen, und ihr wollt nicht, dass er euch die Bude vollstinkt.

Außerdem solltet ihr Toilettenmüll unbedingt immer doppelt verpacken.

Für den normalen Müll reicht es ein paar zusätzliche Müllsäcke auf Lager zu haben.

 

Hände sauber halten

Ganz wichtig ist das regelmäßige Händewaschen. Nach jedem Toilettengang und vor jeder Mahlzeit. In der Krise solltet ihr das noch akribischer machen als ihr das heute schon macht. Deshalb ganz wichtig Seife UND genügend Desinfektionsmittel bevorraten.

 

Geschirr spülen

Das Geschirr wäscht ihr ganz klassisch per Hand mit Spülmittel und Wasser. Einweggeschirr geht zwar auch und du sparst dir etwas Wasser, aber du verursachst zusätzlichen Müll, den du wieder lagern musst.

 

Nicht vergessen – Windeln und Damenhygiene

Wenn ihr kleinere Kinder oder pflegebedürftige Menschen im Haus habt, denkt auch dran genügend Windeln und Feuchttücher zu bevorraten. Und natürlich sollten genügend Damenhygieneartikel für die Damen im Haus sein.

 

Kurze Zusammenfassung

Alternativen zum Wäschewaschen sind in dieser Phase noch nicht Pflicht. Für die ersten sieben Tage reicht es für saubere Hände und Hintern zu sorgen. Mit der Kleidung solltet ihr auch locker auskommen.

Also alles in allem nicht so wild. Das meiste sind Sachen die ihr sowieso täglich braucht, ihr verspielt also kaum was

Zusammengefasst benötigt ihr für das Minimum System:

  • 1 Nottoilette mit Deckel

Und einen sieben Tage Vorrat an:

  • 2,5 Liter Wasser zum Waschen (7,5 Liter Gesamt) pro Person und Tag.
  • Toilettenpapier
  • Bindemittel (Sägespäne, Katzenstreu oder Toilettenpulver)
  • Müllsäcke extra stark passend für Nottoilette
  • Genügend Müllsäcke für den normalen Abfall
  • Seife
  • Desinfektionsmittel
  • Spülmittel
  • Windeln und Feuchttücher für Kinder
  • Damenhygieneartikel

 

Standard – Die gute Basis für die ersten 30 Tage

Das Minimum – System reicht für die ersten 7 Tage. Ab dann kippt die Lage, weil die Zeit neue Herausforderungen bringt:

  • Geruch steigt → Stimmung kippt
  • Müll wird Volumenproblem (Verpackungen, Hygiene, Windeln)
  • Haut/Wunden entzünden sich schneller
  • Wäsche wird knapp → du drehst Kleidungsstücke „zu lange“
  • Kinder = extra Abfall + extra Hygiene
  • Fliegen/Schädlinge kommen nicht “vielleicht”, sondern sicher, wenn was offen ist

Damit du bei einer länger anhaltenden Krise nicht in einem Hygieneproblem landest, brauchst du ein einfaches Konzept: Müll vermeiden, konsequent trennen und alles, was riecht oder keimt, dicht verpacken.

Getrennter Abfall lässt sich deutlich leichter lagern und entsorgen als ein „gemischter“ Haufen.


Trenntoilette

Eine Trenntoilette hilft dir den Kot vom Urin getrennt zu halten.  Das ist der wichtigste Hebel gegen Gestank und „Eskalation“, weil Kot trocken bleibt und Urin nicht alles durchweicht.

  • Urin: Wenn die Kanalisation funktioniert, gehört Urin ganz normal in die Toilette. Wenn das nicht geht, sammelst du ihn in Kanistern (Schraubdeckel). Ein kleiner Schuss Essig kann Geruch reduzieren
    Hast du Garten/Grundstück, kannst du Urin an einem festen, schattigen Platz entsorgen – weit weg von Gewässern, Brunnen und Gemüsebeeten, und so, dass niemand drüberlaufen muss.
  • Kot: In einen Beutel/Eimer, nach jeder Nutzung abdecken (Bindemittel wie Sägespäne/Katzenstreu), dicht verschließen und kühl lagern, bis eine geordnete Entsorgung wieder möglich ist.

Nicht zu empfehlen ist eine Chemietoilette. Mit den Chemikalien wird der Abfall zu noch mehr Sondermüll und den solltet ihr vermeiden.


Sauberes Müllkonzept

Für die Lagerung von Abfall wirst du zusätzliche Mülltonnen oder ähnliche geschlossene Behälter benötigen. Rechne mit 3-6 Liter Volumen pro Person und Tag (Babys -> 6 Liter). Für 30 Tage entspricht das pro Person in etwa 120 Liter. Eine große Mülltonne hat 240 Liter Volumen – also als Faustregel pro Person eine zusätzliche halbe große Mülltonne.

Die Behälter lagerst du an einem schattigen Abstellplatz draußen. Auch hier wieder wichtig: Unzugänglich für kleine Kinder, Tiere oder Schädlinge halten.

Für den restlichen Müll braucht ihr ein sauberes Trennkonzept. Trenne deinen Müll in 4 Gruppen.

Gruppe 1 - Kritischer Müll wird in starken Müllsäcken doppelt verpackt und getrennt vom restlichen Müll gelagert. Zum kritischen Müll gehören besonders gesundheitsschädigende Abfälle oder Biologischer Müll. Dazu gehören:

  • Toilettenmüll (Kot, Toilettenpapier, Windeln)
  • Damenhygiene
  • Wundversorgung
  • Fleisch, Fisch und Fettreste

Gruppe 2 – Organischer Müll. Kannst du im Garten kompostieren. Dadurch vermeidest du Müll und machst dir zugleich deinen eigenen Kompost für deinen Garten. Wichtig dabei – immer nur in kleinen Schichten und mit Erde, Laub oder Sägespäne abdecken, damit du keine Schädlinge anlockst, die im Kompost wühlen. Hast du keine Möglichkeit zu kompostieren, gilt wieder – wie beim kritischen Müll – doppelt verpacken + in Tonne lagern + Schatten. Dazu gehören unter anderem:

  • Küchenreste
  • KALTE Asche (vorher in Metalleimer auskühlen lassen)

Gruppe 3 – Trockenmüll. Gemeint ist sämtlicher Plastik-, Metall-, oder Glas Müll. Diesen grob säubern, abtrocknen und in Müllsäcken lagern. Glas solltest du separat – in stabilen Plastikboxen lagern. Damit vermeidest du Schnittverletzungen und Löcher im Müllsack durch Glassplitter.

Gruppe 4 – Papier und Kartonagen. Auch wenn’s verlockend ist: Müllverbrennung ist kein sauberes Hygienekonzept. Papier/Karton kannst du im Blackout zwar gut lagern, aber das Verbrennen von Abfällen ist rechtlich oft problematisch und technisch nicht ideal (Rückstände im Ofen/Rauchfang).

Deshalb: lagern statt verbrennen – und den Ofen nur mit zulässigem Brennstoff betreiben.

Mini-Regeln, die den Unterschied machen:

  • Säcke beschriften (Datum/Gruppe) → du behältst Kontrolle.
  • Geruch stoppen: trocken halten, dicht verschließen, Schatten
  • Schädlinge stoppen: Deckel zu, nichts offen rumstehen lassen, keine „Bio“-Reste im Trockenmüll.


Ausführliche Körperhygiene

Die Körperhygiene wird zunehmend zum Problem. Du riechst dich selbst und andere, was die Stimmung drückt. Kleine Wunden auf der Haut entzünden sich schnell und werden zunehmen zum Problem.

Deshalb wird es spätestens jetzt notwendig sich selbst zu waschen. Die geeignetste Methode zum Waschen ist in dieser Situation die sogenannte „Katzenwäsche“. Dabei wäscht ihr euch mit einem Waschlappen und Seife an den wichtigsten Stellen von oben bis unten ab.

Hört sich wild an, aber diese Methode war bis ins 20. Jahrhundert die am weitesten verbreitete Methode zur Körperreinigung in der westlichen Zivilisation.

Der große Vorteil – ihr spart sehr viel vom wertvollem Wasser gegenüber einer Dusche (auch bei einer Campingdusche) und das Einzige was ihr dafür zusätzlich braucht, sind einige Waschlappen pro Person.

Um möglichst hygienisch zu bleiben, sollten Waschlappen nicht geteilt werden. Jeder soll seine eigenen Waschlappen haben. Am besten unterscheiden sich diese farblich oder ihr bestickt diese mit den Initialen, damit es zu keinen Verwechslungen kommt.

Neben der Körperhygiene ist auch die Zahnhygiene ein wichtiges Thema. Lässt ihr das zu lange schleifen, könnt ihr schnell schwerwiegende Probleme mit euren Zähnen bekommen. Deshalb solltest du auch hier genügend Zahnpasta und Zahnbürsten auf Lager haben. Auch wenn du normalerweise eine elektrische Zahnbürste hast, leg dir 1-2 Handzahnbürsten pro Person auf Lager. Die Kosten relativ wenig und tragen dich sehr lange durch eine Krise.


Wäsche waschen

Spätestens jetzt wird auch Wäsche waschen ein Thema. Wenn kein Strom zur Verfügung steht, heißt es wieder zurück zur Handwäsche. Die macht ihr idealerweise in einem großen Eimer.

Für die Wäsche benötigt ihr Kernseife und Waschsoda. Beide haben bei trockener Lagerung kein Ablaufdatum. Ihr könnt also beruhigt genügend auf Vorrat legen.

Waschsoda nutzt ihr für die „normale“ Wäsche, Kernseife um gezielte Flecken rauszubekommen.

Ein Waschgang sieht dann so aus (nicht für Wolle/Seide):

  • Vorher kalt ausspülen
  • Einweichen: 5-10L Wasser + 1-2 EL Waschsoda, 30-60 Minuten
  • Fleckenstellen kurz mit Kernseife nacharbeiten
  • 2x klar spülen
  • Gut auswringen und schnell trocknen lassen (Luftzug ist wichtiger als „viel Waschmittel“)

Bei besonders dreckiger Wäsche, lohnt es sich eine Vorwäsche zu machen um die gröberen Dreckbrocken rauszubekommen.

Wenn ihr eure Wäsche aktuell hauptsächlich mit dem Trockner trocknet, dann achtet darauf, genügend Wäscheständer und Wäscheleinen auf Lager zu haben, um auch ohne Trockner auszukommen.

Kurze Zusammenfassung

Das Standard System für die ersten 30 Tage ist bereits um einiges aufwendiger als das Minimalsystem.

Zwar hält sich das zusätzliche Gear, dass du brauchst in Grenzen, aber dafür wird Platz immer wichtiger. Für zusätzliche Mülltonnen, zum Entsorgen von Urin und zum Kompostieren.

In einer Stadtwohnung zwar noch irgendwie machbar, aber am Land mit viel Platz und eigenem Garten, hast du hier schon einen riesigen Vorteil.

Zusammengefasst benötigt ihr für das Standard System zusätzlich:

  • 1 Trenntoilette
  • Zusätzliche Mülltonnen und Container (3-6 Liter / Person und Tag)
  • Urin: Platz im Garten ODER Kanister (1,5 Liter / Person und Tag)
  • (Optional) Waschbrett für die Handwäsche

Und einen 30 Tage Vorrat an:

  • 2,5 Liter Wasser zum Waschen (7,5 Liter Gesamt) pro Person und Tag.
  • Toilettenpapier
  • Sägespäne
  • Müllsäcke extra stark passend für Nottoilette
  • Genügend Müllsäcke für den normalen Abfall
  • Seife
  • Desinfektionsmittel
  • Spülmittel
  • Windeln und Feuchttücher für Kinder
  • Damenhygieneartikel
  • Waschsoda
  • Kernseife
  • Handzahnbürsten (2 pro Person)
  • Zahnpasta


Upgrade – Hygiene als Infrastruktur (Monate bis 1 Jahr)

Das Standard-System bringt dich solide durch 30 Tage: Toilette funktioniert, Müll ist kontrolliert, Körper- und Wäschehygiene bleiben „gut genug“, ohne dass es eskaliert.

Upgrade beginnt dort, wo „Zwischenlagern“ nicht mehr reicht.
Ab 30 Tagen wird alles, was du bisher nur sammelst und wegstellst, zum Dauerproblem: Beutel, Tonnen, Kanister – das skaliert nicht unbegrenzt. Geruch, Fliegen, Nagetiere und Krankheiten kommen nicht, weil du „unsauber“ bist, sondern weil dein System nicht dafür gebaut ist, Monate zu laufen.

Upgrade heißt deshalb: Hygiene wird Infrastruktur.
Du brauchst Lösungen, die nicht auf „später wird’s wieder abgeholt“ bauen, sondern auf dauerhaftes Entsorgen und dauerhaftes Sauberhalten.

Und ja: Das ist der Punkt, wo Stadt vs. Land eine harte Grenze wird. In der Stadt kannst du 30 Tage noch managen. Über Monate wird Entsorgung ohne Platz und ohne sichere Außenbereiche schnell unrealistisch. Upgrade ist deshalb in der Praxis fast immer ein Land-Szenario.


Außentoilette als Komposttoilette

Für ein paar Tage kannst du Notlösungen „zwischenlagern“. Spätestens ab einem Monat brauchst du eine Toilette, die du dauerhaft sauber betreiben kannst.

Dafür eignet sich eine Komposttoilette im Außenbereich: Kot bleibt trocken und wird mit Sägespäne abgedeckt – dadurch bleiben Geruch, Fliegen und Keime kontrollierbar.

Die Toilette sollte verschließbar sein, und eine eigene Händewaschstation mit Wasser (Kanister reicht), Seife und Desinfektionsmittel haben.

Achte darauf, dass die Außentoilette auch gut bei Nacht erreichbar ist – gegeben falls zusätzliche Beleuchtung einbauen.

Um Fliegen und Gestank zu vermeiden wichtig:

  • Nach jedem Gang mit Sägespäne bedecken und Deckel schließen
  • Danach immer die Hände waschen
  • Tür geschlossen halten.
  • Beim Lüften – Fenster kippen. (Fenster sollten mit Fliegengitter ausgestattet sein.)


Kot nicht lagern, sondern separat kompostieren (Humanure)

Ab 30 Tagen ist das Lagern von Kot keine Lösung mehr. Damit ziehst du ziemlich sicher früher oder später Fliegen und Tiere an.

Die dauerhafte Lösung dafür ist es auch den Menschenmist  (=Humanure) zu kompostieren. Dafür braucht du einen eigenen Platz, getrennt vom „normalen“ Kompost, wo du den Mist aus der Komposttoilette sammelst und über lange Zeit behandelst und rotierst.

Beachte dabei folgendes:

  • Der Mist muss konsequent mit Sägespäne, Stroh oder Laub bedeckt bleiben
  • Der Kompost muss abgedeckt und geschützt vor Regen, und Tieren bleiben.
  • Den Kompostbereich gegen Untergrabung absichern (Manche Tiere könnten sich von unten reingraben)
  • Der Standort sollte möglichst weit weg vom normalen Aufenthaltsbereich gelegen sein und nicht in der Nähe von Wasserquellen oder Gemüsebeeten.
  • Diesen Kompost solltest du zur Sicherheit auch nicht zum Düngen von Gemüsebeeten nutzen.

Achtung: Wenn du das nicht konsequent betreibst – trocken abdecken, geschlossen halten, Standort sauber wählen – ist Humanure kein Upgrade, sondern eine neue Problemquelle. Halbherzig führt fast immer zu Geruch, Fliegen und Tieren.


Mehrweglösungen statt Einwegprodukte

Windeln, Binden, Feuchttücher und Co. Erzeugen viel Müll, stinken schnell und müssen besonders sicher gelagert werden.

Deshalb drehen wir das Prinzip um. Weniger Müll, dafür konsequentes Reinigen und Trocknen.

Wichtig: Merhweg ist nur dann sinnvoll, wenn du es hygienisch betreibst. Wenn dir Wasser, Wärme oder Trocknung fehlen, wird Mehrweg zur Keimschleuder!

Babys: Stoffwindeln

Stoffwindeln sind vor allem eins: Müllreduktion und Unabhängigkeit vom Nachschub. Der Preis dafür ist Routine.

Du musst gebrauchte Windeln konsequent separat sammeln (verschließbarer Eimer/Beutel), grob vorreinigen und dann waschen. Der kritische Punkt ist nicht das Waschen, sondern das Trocknen: Windeln müssen wirklich trocken werden, sonst kippt es schnell in Geruch und Hygieneprobleme.

Und weil es Wochen geben wird, in denen das nicht sauber aufgeht (Krankheit, Stress, Winter/hohe Luftfeuchte), ist ein kleines Einweg-Backup realistisch und sinnvoll.

Damenhygiene: Mehrweg statt Einweg

Auf Monate werden Binden und Tampons nicht nur zum Nachschubthema, sondern auch zu „kritischem Müll“: Geruch, Keime, Lagerung.

Mehrweg reduziert das massiv, aber nur, wenn du Reinigung und Trocknung wirklich sauber betreiben kannst. Eine Menstruationstasse ist platzsparend und robust, verlangt aber gründliche Reinigung.

Stoffbinden oder Periodenunterwäsche funktionieren ebenfalls gut, sind aber wasch- und trocknungsintensiver.

Entscheidend ist eine feste Routine: sauber und gebraucht strikt trennen, nichts halbfeucht liegen lassen, und für Ausnahmesituationen einen kleinen Einweg-Puffer behalten.


Autarke Warmwasserbereitung

Warmwasser ist im Upgrade kein Komfort, sondern ein Hygienewerkzeug: fürs Waschen, für stark verschmutzte Wäsche (z.B. Windeln) und damit Reinigung zuverlässig funktioniert, wenn alles länger laufen muss.

Du musst damit keine „Dusche wie gewohnt“ ersetzen – du brauchst eine verlässliche Möglichkeit, regelmäßig Wasser zu erhitzen.

Am einfachsten ist Holzofen + großer Topf.

Wasser aufkochen und gezielt für Wasch- und Reinigungsrunden nutzen.

Komfortabler (wenn vorhanden) ist ein Kamin mit Wassertasche und Warmwasserboiler, weil du so einfach Warmwasser in größeren Mengen machen kannst.

Kurze Zusammenfassung

Zusammengefasst benötigt ihr für das Upgrade System zusätzlich:

  • 1 Fixe Komposttoilette mit Handwaschstation draußen
  • Eigener Kompostbereich für Menschenmist (Humanure)
  • Autarke Warmwasseraufbereitung (Holzofen, Gaskocher + Gas, …)
  • (Optional) Stoffwindeln
  • (Optional) Mehrweg - Damenhygieneprodukte

Und einen Jahresvorrat an:

  • 2,5 Liter Wasser zum Waschen (7,5 Liter Gesamt) pro Person und Tag.
  • Toilettenpapier
  • Sägespäne
  • Müllsäcke extra stark passend für Nottoilette
  • Genügend Müllsäcke für den normalen Abfall
  • Seife
  • Desinfektionsmittel
  • Spülmittel
  • Windeln und Feuchttücher für Kinder
  • Damenhygieneartikel
  • Waschsoda
  • Kernseife
  • Handzahnbürsten (2 pro Person)
  • Zahnpasta

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