Kommunikation entscheidet im Blackout schneller als jede Ausrüstung, ob du handlungsfähig bleibst: Was ist los? Wie schlimm ist es? Wo sind die anderen?
Genau hier brechen Handy, Internet und überlastete Netze oft als Erstes weg.
In diesem Beitrag zeige ich dir deshalb ein simples, praxistaugliches System nach Minimum / Standard / Upgrade: von der Basis für die ersten 7 Tage, über eine Lösung für 30 Tage, bis hin zu einem Langzeit-Setup für Monate mit klaren Prioritäten, die wirklich funktionieren.
Minimum (7 Tage)
In der ersten Woche geht’s nicht um Hightech, sondern um zwei Dinge: Infos von außen und Abstimmung im nahen Umfeld – auch dann, wenn Mobilfunk und Internet schnell weg sind. Das Minimum-Setup ist deshalb bewusst simpel, günstig und ohne Lizenz umsetzbar:

Notfallradio
Mit einem Notfallradio hast du weiterhin die Möglichkeit Informationen über Rundfunk zu erhalten. Auch dann, wenn der Strom weg ist.
Das ist deshalb so wichtig, weil die wichtigsten Radiostationen wesentlich besser mit Notstrom abgesichert sind, als Mobilfunk oder Internet. Typischerweise 2 bis 3 Tage. Im Vergleich dazu sind viele Mobilfunkmasten nach 30 Minuten tot.
Sofern die Radiostationen an genügend Diesel kommen, können diese auch nach 3 Tagen Blackout noch senden.
Außerdem kannst du je nachdem wo du wohnst auch Radiosignale aus anderen Regionen oder aus dem Ausland empfangen, die über das Geschehen berichten.
Der Rundfunk ist also deine beste Chance bei einem großflächigen Stromausfall (Blackout) an wichtige Informationen zu kommen.
Wenn du nach einem guten Notfallradio suchst, achte auf folgendes:
- Kompakt und Mobil: Falls du es mitnehmen musst.
- Mehrere Energiequellen: Batterien und Akku
- Autarke Lademöglichkeiten: Kurbel / Solar
- Robuste Bauweise
- Kopfhöreranschluss 3,5mm: zum Radio hören ohne Aufmerksamkeit zu erzeugen
- Idealerweise über USB-C ladbar, damit du Ladekabel zusammentauschen kannst.
Nette Funktionen aber kein Muss sind:
- Eingebaute Taschenlampe
- Powerbank - Funktion
- DAB+: Eine zusätzliche Möglichkeit an Informationen zu kommen
- Kurwellenempfang („Weltempfänger“)
Mit diesen Kriterien solltest du ein gutes Notfallradio finden können. Mehr als das braucht es nicht – bleib bei den Basics. Features wie LCD-Displays und Bluetooth brauchen nur unnötig viel Strom und treiben den Preis in die Höhe.

Walkie- Talkies (PMR-Funkgeräte)
Das Notfallradio ist dafür da Informationen von außen zu erhalten. Damit du aber auch bei einem Ausfall des Handy- und Mobilfunknetztes mit Nachbarn und Familie kommunizieren kannst, benötigst du Funkgeräte.
Bei einem Minimum Setup mit wenig Budget und ohne Lizenzen oder erweiterte Kenntnisse landest du so gut wie immer bei PMR-Funk. Es gibt zwar noch Freenet, aber da der nur innerhalb Deutschlands legal ist, gehe ich darauf nicht tiefer ein.
Als kleine Orientierung: Funkgeräte die du im Supermarkt oder Baumarkt gesehen hast sind so gut wie alle PMR-Funkgeräte.
PMR- Funkgeräte sind für alle Personen zugelassen. Damit das ganze funktioniert, gibt es ein paar gesetzliche Rahmenbedingungen, an die sich Gerätehersteller halten müssen.
Die maximale Sendeleistung ist mit 0,5 W limitiert und Antennen dürfen nicht abnehmbar sein. Die Reichweite ist daher bei den meisten Geräten recht ähnlich, da die Hersteller ja nicht wirklich aus können.
Erwarten kannst du Reichweiten auf offenen Geländen von bis zu 10 km. Im Wohngebiet – und das ist für uns die realistischere Anwendung – sind es je nach Hindernissen 2 -4 km.
In der Krisenvorsorge beschränkt dich damit die Anwendung auf nahe Kommunikation:
- Austausch mit Nachbarn und Freunden
- Kommunikation zwischen zwei Fahrzeugen
- Kommunikation zwischen zwei Gruppen auf der Flucht
- Koordination von Aufgaben im nahen Umfeld.
Achtung: Funk-Kommunikation ist nie privat oder verschlüsselt! Vermeide Details zu Vorräten und Standorten beim Gespräch
Was sollte ein gutes PMR-Funkgerät haben:
- Leistung: die vollen 0,5 W Maximalleistung
- Kanäle: 16.
- CTCSS / DCS: Damit du bei überfüllten Kanälen euer Gespräch filtern kannst. Besonders in Gebieten mit vielen Personen ein Vorteil.
- Schutzklasse: Mindestens IPX4. Besser IP54 oder höher, damit du möglichst robuste und zuverlässige Geräte hast.
- Alternativ mit Batterien zu betreiben: Falls einmal der Akku ausfällt.
- VOX: Damit und mit einem Mikrofon kannst du Freihändig funken.
- Renommierter Hersteller: In der Krise willst du nicht mit No-Name Produkten experimentieren, sondern die Geräte müssen funktionieren.
Damit hast du schon eine gute Orientierung. Wenn du eine klare Empfehlung willst: Das Motorola T92 H2O erfüllt alle obigen Kriterien, ist IP67 zertifiziert und kann sogar schwimmen. Ein 2er Set mit Koffer und Zubehör kostet um die 120€. Die Midland G7 und G9 gehen auch, liegen aber preislich ähnlich und sind nur IPX4 zertifiziert.
Für das Minium ist ein Set von zwei guten Funkgeräten ausreichend.

Powerbank und Batterien
Damit du die Geräte in der ersten Woche auch zuverlässig betreiben kannst, brauchst du Energiereserven.
Es muss nicht gleich ein Stromspeicher sein, aber du solltest damit deine Smartphones und Funkgeräte 2-3 mal aufladen können.
Als Minimum solltest du haben:
- 1x 20.000 mAh Powerbank
- Genügend Batterien, damit du dein Notfallradio und deine Funkgeräte 2 mal Voll bestücken kannst

Familien – Notfallplan
Damit du in einer Krise einen genauen Plan hast, brauchst du einen Familien Notfallplan, in dem du dir – für die Kommunikation – kritische Punkte aufschreibst.
Das Gute daran: Das kostet dich keinen Cent. Nimm dir also zum Beispiel heute Abend 1 Stunde Zeit und arbeitet dir einen Plan aus. Ich zeige dir die wichtigsten Punkte.
Seite 1 - Wichtige Telefonnummern notieren
Schreib sämtliche wichtigen Telefonnummern nieder:
- Privattelefon aller Personen im Haushalt
- Arbeit: Für den Fall, dass die Person auf dem Privattelefon nicht erreichbar ist.
- Freunde, Verwandte und andere wichtige Personen: Für gemeinsame Koordination und Informationsbeschaffung („Ist bei euch auch der Strom weg“)
- Notrufnummern: Feuerwehr, Polizei, Rettung, Euro-Notruf, Vergiftungszentrale, Ärztenotdienst, 24h Apotheken-Notruf
- Kindergarten / Schule / Uni / Tagesmutter: Damit du die Aufenthaltsorte der Kinder erreichst.
- Einige lokale Polizeistationen: Für nicht Notruf – würdige Vorfälle
- Gemeinde / Bürgermeister / Vizebürgermeister: Bei lokalen Krisen, kann die Lokalpolitik eine wichtige Rolle spielen.
- Hausarzt und andere Ärzte + Krankenhäuser im Umkreis: Für medizinische Vorfälle. Notier dir auch die Nummern 2-3 anderer Ärzte im Umkreis, falls der Hausarzt nicht erreichbar ist.
Das Prinzip dabei ist, dass du möglichst viele Kontaktmöglichkeiten hast um in einer Krisenlage Kontakt zu deiner Familie herstellst um das weitere Vorgehen zu koordinieren.
Die Telefonnummern solltest du zu Hause ausgedruckt und für alle gut sichtbar und zugänglich aufhängen. Zum Beispiel im Bad oder der Küche.
Seite 2 - Reguläre Aufenthalte aller Personen notieren:
Im Idealfall ist die ganze Familie in einer Krise an einem sicheren Treffpunkt - wie zu Hause. Die Praxis sieht aber meist anders aus. Die Eltern sind in der Arbeit und Kinder in Schule oder Kindergarten.
Das erste Ziel sollte sein, alle an einem gemeinsamen Treffpunkt zu versammeln.
Tipp: Hier kann es schon sehr hilfreich sein, eine
Lister der regulären Aufenthalte aller Personen zu führen und aktuell zu halten
+ Kopie aufs Handy. (Stammtisch, Arbeit, Fußballtraining, …)
Dann weiß immer jeder wo Alle sind.
Seite 3 -Kommunikationsplan
Damit du bei Netzüberlastungen oder Ausfällen trotzdem kritische Informationen noch durchbekommst brauchst du einen Kommunikationsplan.
Darin legst du folgendes fest:
- Haupt - Kanal: Die erste Wahl bei der Kommunikation. SMS / Anruf
- Mehrere Fallback - Kanäle: Wenn Hauptkanal nicht funktioniert. WhatsApp – Gruppe?
- Check-In Zeiten: fixe Tageszeiten an denen ihr euch abstimmt. zBsp.: 09:00 und 18:00
- Kommunikationsregeln: Handyakku sparen, Kurzes OK zurückmelden, damit für alle klar: „Ist angekommen“, …
Wichtig dabei sei möglichst präzise, damit es zu keinen Missverständnissen kommt. Schreib nicht „WhatsApp“ oder „Walkie Talkie“ sondern eher „WhatsApp Gruppe Familie“ und „Walkie Talkie Kanal 3“. Das schafft Klarheit.
Denke auch daran, dass asynchrone Kommunikationsmittel (SMS/WhatsApp) bei überlastetem Netz besser funktionieren als synchrone (Anruf).
Ein Anruf kommt vielleicht gar nicht durch oder wird unterbrochen – keine sinnvolle Kommunikation.
Eine SMS hingegen kommt dann einfach etwas später an, ist aber vollständig lesbar.
So könnte ein einfacher Kommunikationsplan aussehen:
Hauptkanal: WhatsApp Familiengruppe
Fallback 1: SMS
Fallback 2: Anruf
Fallback 3: Walkie – Talkie. Kanal 11
Fallback 4: Walkie – Talkie. Kanal 13
Check-In Zeiten: 09:00 – 09:05; 13:15 – 13:20; 18:50 – 18:55
Regeln:
- Kurze Rückmeldung bei Kommunikation, damit auch sichergestellt ist, dass Information angekommen ist.
- Kurznachrichten so verfassen, dass möglichst keine Rückfragen auftauchen.
- Kommunikation auf das wesentliche beschränken. Keine belanglosen Unterhaltungen
- Walkie Talkie Gespräch. Zuerst denken. Dann PTT Betätigen und Senden, danach Taste wieder loslassen, damit andere wieder senden können.
Wenn du andere Funkgeräte (CB, Amateurfunk, Betriebsfunk, …) hast, gehören die auch als Fallback in den Kommunikationsplan. Da das aber über das Minimum Setup hinausgeht, gehe ich auf diese später ein.
Vorlagen und Checklisten
Einige Behörden und Organisationen bieten fertige Vorlagen und Checklisten an, mit denen ihr gut starten könnt.
Besonders gut gefallen mir die Checklisten aus dem Ratgeber des oberösterreichischen Zivilschutzes. Der bietet schon eine ganz gute Basis. Seid ihr aus Deutschland oder der Schweiz, müsst ihr wahrscheinlich einige Notrufnummern aus dem Ratgeber überarbeiten.
Zusammengefasst. Das gehört in den Familien - Notfallplan
Dein Notfallplan sollte also enthalten:
- Liste sämtlicher wichtiger Telefonnummern
- Liste mit regulären Aufenthalten aller Personen im Haushalt
- Ein Kommunikationsplan mit Kanälen, Check – In Zeiten und einem Regel-Set.
Stelle unbedingt sicher, dass jeder weiß, dass es einen Notfallplan gibt, wo man ihn findet und wie er zu verstehen ist.
Der jährliche Zivilschutztag ist eine tolle Gelegenheit, das einmal im Jahr mit der Familie durchzugehen und zu üben.
Mit dem Setup solltest du in den meisten Fällen gut durch die ersten 7 Tage kommen.

Karte und Offline-Maps
Damit du dich auch ohne Netz in deiner Umgebung zurechtfindest, benötigst du eine Papierkarte. Häufig gibt es Regionale Karten in Tankstellen.
Das ist schon ganz hilfreich, aber meist noch zu wenig detailliert. Genauere Karten in deiner Umgebung kannst du dir mit Google Earth erzeugen.
In Google Earth kannst du dann eigene Markierungen machen und Pfade einzeichnen. Zum Beispiel:
- Adressen Freunde, Großeltern, Ärzte, …
- Pfade dort hin
- Treffpunkte
- Fluchtrouten (Haupt- und Nebenrouten)
- Saubere Wasserquellen
Aus diesen Karten kannst du dann PDFs erzeugen und ausdrucken.
Und auch wenn das Netz ausfällt, funktioniert meist das GPS auf dem Handy noch. Damit die Navi App funktioniert brauchst du dann aber Offline-Karten, damit das Handy nicht auf das Internet zugreifen muss.
Das geht sowohl mit Apple Karten, als auch mit Google Maps. Hier Anleitungen dazu:
Achte beim Erstellen der Offline Karten darauf, dass deine Umgebung (mehrere hundert Kilometer) und Fluchtrouten in mehrere Richtungen umfasst sind.
Generell gilt, lieber größere Karten laden, dann hast du mehr Optionen.
Liste Minimum:
Als Minimum Setup sollest du also folgendes haben:
- 1x Notfallradio: Als Informationsquelle.
- 1x 2er Set PMR Funkgeräte: Für die Verständigung in der Gruppe
- 1x 20.000 mAh Powerbank: Zum Aufladen von Smarphone / Funkgerät.
- Ersatzbatterien (AA/AAA) für Notfallradio und Funkgeräte
- 1x Ausgedruckten Familienplan: Mit wichtigen Telefonnummern, regulären Aufenthalten und einem Kommunikationsplan.
- 1x Papierkarte der Umgebung.
- 1x Offlinekarten für deine Navigationsapp (Google Maps / Apple Karten)

Standard (30 Tage)
Desto länger eine Krise andauert, desto kritischer wird die Situation.
Nach den ersten Tagen kommen folgende neue Herausforderungen auf dich zu:
- Handy Akkus und Powerbanks neigen sich dem Ende zu.
- Radiostationen im Umkreis senden nur mehr sehr selten oder gar nicht mehr
- Die zentrale Information ist größtenteils ausgefallen. Direkte und regelmäßige Kommunikationen mit Freunden, Nachbarn und anderen Gruppen wird immer wichtiger.
- Gerüchte und widersprüchliche Meldungen mehren sich.
Und ja: In einer Situation wo ein Großteil der modernen Systeme ausgefallen sind, wirst du öfter unterwegs sein. Zum Teil werdet ihr die Aufgaben mit Familienmitgliedern aufteilen und euch immer wieder mal kurzzeitig trennen.
Gute Gründe dafür könnten sein:
- Unterstützung von Hilfebedürftigen (Ältere Personen, Menschen mit Behinderungen, …)
- Informationsbeschaffung: Treffen mit Nachbarn und Freunden in der Nähe um gegenseitig Informationen auszutauschen
- Besorgungsfahrten & Tausch: Weg zu öffentlichen Ausgabestellen oder eingerichteten Tauschplätzen
- Wasserlogistik: Transport von Wasser aus Flüssen oder Teichen.
- Feuerholz: Gänge in den Wald für Feuerholz.
- Müllentsorgung: Gang zu eingerichteten Müllentsorgungsstationen
- Erkundung: Umfeld erkunden um die Entwicklung der Situation im Blick zu behalten.
- Wache halten: Eingänge bewachen / Nachbarschaftswache beitreten.
Um für diese Herausforderungen gerüstet zu sein brauchst du ein besseres Kommunikationssystem.

Walkie- Talkie (PMR) Upgrades
Die neuen Aufgaben erfordern, dass ihr euch häufiger aufteilt um alle Arbeiten erledigen zu können.
Wenn ihr auch für das gerüstet werden sein möchtet, braucht ihr ein paar Upgrades im PMR-Bereich.
Als erstes sollte ab jetzt jeder im Haushalt ein eigenes Walkie-Talkie haben. Seid ihr also mehr als zwei Personen im Haushalt, braucht ihr zusätzliche Geräte.
Wenn du schon gute Funkgeräte hast, dann nimmst du am besten die gleichen nochmal. Dann kannst du Akkus, Ladgeräte und Zubehör untereinander austauschen.
Damit du die Hände zum Arbeiten frei hast, leg dir als Zubehör Headsets für die Funkgeräte zu. Manche
Im Walkie-Talkie (PMR) Bereich brauchst du im Standard System:
- 1 Walkie-Talkie pro Person
- 1 Headset pro Walkie Talkie

CB – Funk
PMR – Funkgeräte reichen meist für die Kommunikation im gleichen Ort. Für weitere Distanzen brauchst du eine andere Funklösung.
Als unlizenzierter Privatanwender ist da die einfachste Möglichkeit CB – Funk. Das ist das was zum Beispiel auch LKW – Fahrer in ihren Fahrzeugen nutzen um über weite Distanzen zu kommunizieren.
Wie gesagt brauchst du dafür keine besondere Ausbildung oder Lizenz, nur ein Gerät und eine Antenne.
Mit einem CB – Funkgerät kannst du in einer Krise:
- Informationen mit anderen CB-Funkern austauschen
- Mit Freunde und Familie, die auch CB – Funk
nutzen, die in der Nähe (aber nicht im gleichen Ort) wohnen kommunizieren
Das Ganze ist aber nicht einfach „Gerät kaufen und einschalten und funktioniert. Wenn du ein funktionierendes System aufstellen möchtest, musst du dich mit dem Thema näher auseinandersetzen.
Hier ein paar wichtige Punkte:
- Damit du mit CB weiterkommst als mit PMR ist eine lange Antenne Pflicht. Rechne mit 3 – 6 Meter!
- Stationäre Antennen solltest du dir professionell abnehmen lassen. Bei Dachmontagen kann ein eigener Blitzschutz notwendig werden
- Bei Funkstationen sind einzustellen (SWR-Meter)
- Für den Funkverkehr gibt es eine gewisse Etikette an die du dich halten solltest.
Milty aus dem Previval – Forum hat dazu hier einen guten Einsteiger - Guide gemacht.
Wenn du CB- Funk auch für die Kommunikation mit Freunden und Familie nutzt, weil die auch ein Gerät haben, dann definiere auch in deinem Kommunikationsplan für CB-Funk eure Kommunikationskanäle.
Vom deutschen Funk Club gibt es eine Liste mit CB-Funk Kanälen und für was sie genutzt werden sollten -> hier.

Robuste Auflademöglichkeiten
Bei 30 Tagen ohne Strom, brauchst du Möglichkeiten, deine Geräte zuverlässig wiederaufladen zu können. Dafür eignen sich am besten Solarmodule mit einer Powerstation.
Ein 200 Watt Solarpanel mit einer 800 Wh Powerstation sollte für ein paar PMR-Funkgeräte, 1 CB-Funkgerät und Smartphones reichen.
Näher will ich in diesem Beitrag nicht in das Thema einsteigen, da das sonst den Rahmen hier sprengt.
Über genaueres zu diesen Notstromlösungen schreibe ich in diesem Beitrag „Notfallstrom im Blackout – welche Lösungen funktionieren wirklich?“.
Liste Standard:
Für den Standard brauchst du also:
- 1 PMR Funkgerät mit Headset pro Person
- 1 CB- Funkgerät
- 1 SWR-Meter
- Ausgedruckte Funksprache
- Ausgedruckte CB Funk – Frequenzen und Kanäle

Upgrade (Monate bis Jahr)
Upgrade heißt: Du planst nicht mehr für „ein paar Tage Chaos“, sondern für einen längeren Systemausfall, in dem Information, Koordination und Energie zur Daueraufgabe werden.
Wenn du über Upgrade im Kommunikationsbereich in deiner Krisenvorsorge nachdenkst, solltest du schon ein robustes Notstromkonzept haben. Darunter eine eigene PV-Anlage (oder großes Balkonkraftwerk) mit Speicher.
Das Thema Notstrom behandle ich auf meinem Blog separat, da es sonst den Rahmen hier sprengt. Wichtig für dich hier ist, dass du für die folgenden Kommunikationsgeräte auch eine autarke Stromversorgung sichergestellt hast, damit du sie auch betreiben kannst.

Satelliteninternet (Starlink) auf Standby.
Damit du auch bei einem längeren Blackout auch wieder an Informationen von außerhalb kommst, kannst du Satelliteninternet nutzen.
Dafür benötigst du, wie bei jedem anderen Internetanschluss ein Gerät – den Starlink Mini und einen Starlink Internetvertrag.
Wenn du den Starlink nur für die Krisenvorsorge nutzt und nicht regelmäßig einsetzen möchtest, kannst du den Vertrag pausieren und dann wieder aktiveren, wenn du es brauchst.
Siehe auch Starlink – Wie funktioniert das Pausieren des Service?
Je nach Land ist das entweder Kostenlos oder mit niedrigen monatlichen Gebühren verbunden.
Rechne mit Kosten von 250€ für den Starlink Mini und 40€ für das erste Monat vom Reise 50 GB Vertrag.
Pausierst du dann den Vertrag (nachdem du getestet hast, dass alles richtig eingerichtet ist und funktioniert!) fallen in etwa 5€ im Monat für einen Standby Betrieb an.
Der Stromverbrauch vom Starlink Mini ist mit 20-40 Watt relativ gering, sollte aber einberechnet werden.
Zusammengefasst bekommst du bei Starlink ein Off-Grid Internetsystem für:
- ~ 300€ Einmalig (Gerät und erstes Monat Reisevertrag)
- ~ 5€ / Monat Standby Modus

Amateurfunklizenz machen
Damit du dir ein eigenes Funknetz für einen längeren Systemausfall aufbauen kannst, brauchst du, oder zumindest eine Person im Haushalt eine Amateurfunklizenz.
Kurse dazu gibt’s:
Dort lernst du wie Funkgeräte funktionieren und bekommst bei bestandener Prüfung eine Amateurfunklizenz fürs Leben und ein eigenes Rufzeichen.
Ich habe vor ein paar Jahren meine Lizenz (Klasse 1 CEPT) beim ÖVSV gemacht und kann es sehr empfehlen. Die Sachen die du dort lernst brauchst du ohnehin, damit du mit Funkgeräten umgehen kannst.
Der Kurs dauert einige Wochen und rechne mit ein paar intensiven Lernwochenenden.
Kostentechnisch ist das ganze überschaubar:
- ~ 300€ für Kurs, Kurskosten, Prüfungsgebühr, …
- 15 – 25€ jährlich für Funklizenz
- (optional) Vereinskosten, wenn du zum Verein gehst

CB – Funkgeräte im Auto
Damit du auch unterwegs funken kannst, brauchst du ein Funkgerät im Auto. Am besten nimmst du ein CB – Funkgerät. Das haben auch viele LKW- Fahrer an Board – du hast also schon Gesprächspartner.
Und damit kannst du dann vom Fahrzeug aus, aus einiger Entfernung zum Beispiel zurück zur Basisstation zu Hause funken. Technisch geht das mit Amateurfunkgeräten auch, nur brauchst du dann an der Basisstation und im Auto einen lizenzierten Amateurfunker.
Wenn also nicht jeder in der Familie eine Lizenz hat, macht CB- Funk im Fahrzeug mehr Sinn.

Amateurfunkstation zu Hause
Der nächste Schritt ist eine eigene Funkstation für zu Hause.
Ein CB- Funkgerät aus dem Standardsystem hast du ja schon. Damit du aber auch international und global kommunizieren und Informationen beschaffen kannst, brauchst du ein professionelleres System.
Hier kommen Amateurfunkgeräte ins Spiel. Oder genauer gesagt Kurzwellenfunkgeräte.
Hier kann ich dir kein – one size fits all – System geben, aber ein paar Randpunkte, damit du eine Idee bekommst von was wir sprechen.
Du brauchst dafür:
- Mehrere Funkgeräte für unterschiedliche Bänder (+Mikrofone und Lautsprecher)
- Verschiedenen Antennen am Dach (Mehrere Meter Länge. Teils Motorbetrieben)
- Professioneller Blitzschutz für Dachantennen
- Evtl. Baurechtliche Themen für Dachanlagen
- Einen Funkscanner um schnell Funkbetrieb festzustellen
Und für den Betrieb wichtig: Wetter und Tageszeit beeinträchtigt die Ionisierung der Atmosphäre und dadurch mit welchen Bändern funken gut funktioniert.
Liste Upgrade
Im Upgrade hast du also:
- 1 Starlink Mini mit pausiertem Vertrag als Backup Internet.
- 1 Person im Haushalt mit Amateurfunklizenz
- 1 CB-Funkgeräte im Auto mit Antenne, das zur Basisstation (zu Hause) funken kann
- 1 Amateurfunkstation („Ham Shack“) mit der du über mehrere Bänder global mit anderen Amateurfunker Informationen austauschen kannst.