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Medizinische Versorgung in der Krise

01.02.2026

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In Bereich medizinischer Versorgung in der Krisenvorsorge geht es nicht darum das Gesundheitssystem zu ersetzen. Das ist auch absolut unrealistisch.

Vielmehr geht es darum in einer Situation wo medizinisches Material knapp ist oder Ärzte nur noch Notoperationen durchführen können, die Auswirkungen auf uns möglichst gering zu halten.

Das können wir machen in dem wir uns in einigen Punkten gut aufstellen.

Erster Punkt und damit auch der Wichtigste ist eine gute Erstversorgung in lebensbedrohlichen Situationen. Mit Training und Erste Hilfe Ausstattung kaufen wir uns zusätzlich Zeit, bis Ärzte und medizinisches Personal übernehmen.

Zweiter Punkt ist die Versorgung mit Medikamenten. Wir sehen uns an was du zu Hause haben solltest

Dritter Punkt ist die Nachbehandlung und Rehabilitation. Wie versorgen wir unsere Patienten nachdem sie sauber verarztet wurden und wie pflegen wir unser Kranken.

Im vierten Punkt behandeln wir noch kurz das Thema Prävention. Was können wir tun um unser Krankheitsrisiko möglichst zu reduzieren, damit wir in einer Krisensituation keine zusätzlichen Probleme bekommen.

 

Minimum (7 Tage)

Für ein Minimum an medizinischer Versorgung konzentrieren wir uns auf die Grundlagen.

 

Erste-Hilfe-Kurs

In der Krisenvorsorge wird viel über Ausrüstung und Vorräte gesprochen. Viel zu häufig wird aber Training vernachlässig. Gerade im medizinischen Bereich ist das aber besonders wichtig.

Wenn die Nerven blank liegen, kannst du dich nicht drauf verlassen, dass du das schon „irgendwie“ machst.

Stattdesssen ist es wichtig, dass du weißt, was du tust und Übung damit hast. Auch wenn du vor Jahren schon einmal einen Kurs gemacht hast (zum Beispiel für den Führerschein), ist es wichtig dein Wissen immer wieder aufzufrischen.

Für betriebliche Ersthelfer ist eine Auffrischung alle 2 Jahre verpflichtend. Dieser Rhythmus bietet sich auch gut für die private Krisenvorsorge an.

Damit ihr euch auch gegenseitig helfen könnt, ist es wichtig, dass mehrere Personen im Haushalt mit Erste Hilfe fit sind. Es bietet sich also an, diese Erste-Hilfe-Kurse gemeinsam zu besuchen.

Wichtig ist, dass du Erste-Hilfe bei praktischen Übungen lernst, damit da Ganze auch in die Motorik übergeht und du nicht lange nachdenken musst, was zu tun ist. Kurz gesagt. Ein paar YouTube Videos sind kein Ersatz für einen Erste-Hilfe-Kurs mit praktischen Übungen.

Auch in Schulen werden immer mal wieder Erste-Hilfe-Kurse für Kinder angeboten. Nutzt diese Gelegenheiten. Desto mehr Personen im Haushalt hier gut aufgestellt sind, desto handlungsfähiger seid ihr, wenn es drauf ankommt. Nicht nur in einer Krise – sondern auch bei alltäglichen Unfällen.

Es gibt auch Kurse mit dem Fokus auf Säuglinge und kleine Kinder. Für Eltern, oder Werdende also durchaus auch eine Überlegung wert.

Die Kosten pro Teilnehmer bewegen sich irgendwo zwischen 70 – 150€ je nach Kurs und Anbieter.

Im Rahmen gewisser Organisationen (Feuerwehr, Rotes Kreuz, …) oder – wenn ihr betrieblicher Ersthelfer seid – werden diese Kosten aber häufig ersetzt, oder zumindest gefördert.

Um Kosten zu sparen, erkundigt euch einfach vorab, ob es da in eurem Umfeld etwas gibt.


Erste Hilfe Sets

Neben den Kenntnissen für Erste- Hilfe brauchst du natürlich auch die entsprechende Ausrüstung. Sowohl in Österreich, als auch in Deutschland gibt’s es für Verbandskästen unterschiedliche Normen.

Für zu Hause eignen sich Erste Hilfe Kästen für kleine Betriebsstätten. Also in Österreich die ÖNorm Z 1020 (Typ 1) oder in Deutschland die DIN 13157.

Die Erste-Hilfe Kästen kommen meist mit Wandhalterung. Diese könnt ihr an einer gut erreichbaren Stelle in der Wohnung aufhängen, damit ihr schneller Zugriff darauf bekommt.

Die ersten Modelle starten bei etwa 50€ und sehr gute Modelle kosten gerne mal 150€ oder mehr, wobei der Preistreiber häufig der Koffer an sich ist. Ein dicker, stabiler Koffer geht halt ins Geld.

Achte auch darauf, dass du im Auto und Motorrad einen vollständigen und gültigen Verbandskasten dabeihast (ist auch rechtlich vorgeschrieben) und weißt wo er zu finden ist. Im Baumarkt oder Supermarkt gibt es häufig KFZ-Verbandskästen für weniger als 10€ zu haben.

 

Hausapotheke

Jeder Haushalt sollte sie haben, die Hausapotheke. Das ist ein absperrbarer Medizinschrank gefüllt mit medizinischen Produkten wie Medikamenten, Salben, Verbandsmaterial und vielem mehr.

Die Hausapotheke ist deine eigene kleine Apotheke. Der österreichische Zivilschutzverband hat mit der österreichischen Apothekerkammer eine gute Richtlinie erstellt. HIER die Originalquelle dazu.

Laut der Richtlinie solltest du folgendes in der Hausapotheke haben.

Verbandsmaterial (Haben wir Großteils durch den Erste-Hilfe-Kasten abgedeckt, aber prüfen!)

  • 3 Stk. Verbandmull, ¼ m / steril
  • 3 Stk. Mullbinden, 6 cm / festkantig
  • 3 Stk. Mullbinden, 8 cm
  • 1 Stk. Elastische Binde, 5 m / 8 m
  • 2 Stk. Momentverbände, Größe 3
  • 1 Rolle Heftpflaster, 2,5 cm breit
  • 1 Pkg. Heftpflaster mit Wundkissen, 6 cm
  • 1 Stk. Metallwundverband
  • 1 Pkg. Pflasterstreifen (sortiert)
  • 1 Dreiecktuch
  • Mullkompressen
  • Verbandklammern
  • Sicherheitsnadeln

Arzneimittel

  • Vom Arzt verschriebene Medikamente
  • Schmerzstillende Tabletten
  • Mittel gegen Magen-Darmbeschwerden, Durchfall, Verstopfung, Präparate zur Wiederherstellung der Darmflora
  • Fiebersenkende Medikamente
  • Brandsalbe
  • Salbe gegen Prellungen, Verstauchungen,
  • Kältespray
  • Wund- und Heilsalbe
  • Mittel gegen Halsschmerzen
  • Wundbenzin
  • Kaliumjodid-Tabletten *
  • Wunddesinfektionsmittel
  • Nasenspray, Hustenmittel
  • Augentropfen gegen trockene Augen und Reizungen

* Kaliumjodid-Tabletten nur nach ausdrücklicher Anweisung der Behörden einnehmen!

Haushalte mit Kindern

  • Fiebersenkende Mittel
  • Elektrolytpräparate bei Durchfall und Erbrechen
  • Mikroklistiere gegen Verstopfung

Hygieneprodukte

  • Latexhandschuhe
  • Beatmungstuch
  • Handdesinfektionsmittel
  • FFP2-Masken

Sonstige Ausstattung, zum Beispiel:

  • Fieberthermometer
  • Verbandschere
  • Pinzette
  • Lederfingerling
  • Insektenschutz
  • Sterile Spritzen und Kanülen


Medizinische Notizkarten

Für jeden im Haushalt solltest du die wichtigsten medizinischen Informationen notieren.

Achte dabei darauf, dass folgendes abgedeckt ist:

  • Allergien
  • Vorerkrankungen
  • Verschrieben Medikamente
  • Blutgruppe (wenn bekannt)
  • Wichtige Kontakte (Notfallkontakte, Behandelnde Ärzte, …)

 

Liste Minimum

Für eine Minimalversorgung im medizinischen Bereich benötigst du also folgendes:

  • 1x Erste-Hilfe-Kurs nicht älter als 2 Jahre
  • 1x Erste-Hilfe Kasten ÖNorm Z 1020 oder DIN 13157
  • 1x Abschließbare Hausapotheke mit mindesten 7 Tage Vorrat persönlichen Medikamenten (Liste siehe „Hausapotheke“)
  • 1x gültige KFZ-Verbandskästen in allen Fahrzeugen
  • Pro Person: 1x Notizkarte mit den wichtigsten medizinischen Details

 

Standard (30 Tage)

 

IFAK

Damit du auch schwere Verletzungen gut erstversorgen kannst, brauchst du ein hochwertigeres Erste-Hilfe Set.

IFAKs (Individual First Aid Kits) sind genau für solche Verletzungen konzipiert. Einsatzkräfte und militärische Streitkräfte auf der ganzen Welt nutzen diese Sets für die Erstversorgung auf dem Feld.

Du kannst dir ein bereits fertiges Set kaufen oder dir selbst eines zusammenstellen. Wichtig dabei ist, dass du hier auf Qualität setzt und keinen Chinamüll kaufst, der dich im Ernstfall im Stich lässt. Denn das kann dich im schlimmsten Fall ein Menschenleben kosten.

Achte auch darauf wo du die Komponenten kaufst. Originalware ist aktuell stark nachgefragt und wird leider auch oft gefälscht.

Ich gehe mal kurz über die wichtigsten Bestandteile eines IFAKs, damit du einen Überblick bekommst. Wichtig ist, dass du auch in ein entsprechendes Training investiert, damit du es im Ernstfall anwenden kannst und auch lernst, was du wo anwenden darfst und wo nicht!

Tourniquet:

Für Verletzungen mit schwerem Blutverlust an den Extremitäten (Arme, Beine) gibt es Tourniquets. Damit bindest du die Blutversorgung zum verletzten Arm oder Bein ab, um das Verbluten des Patienten zu verhindern.

Und nein – nach einem Tourniquet müssen die Gliedmaßen nicht gleich amputiert werden, wie mehrere Studien belegen. Diese Primärstudie vom US-Militär etwa spricht davon, dass keine einzige Amputation aufgrund eines Tourniquets durchgeführt werden musste. (bei 428 angebrachten Tourniquets!) Und außerdem gibt es keinen Zusammenhang zwischen Tourniquet-Dauer und erhöhter Sterblichkeitsrate.

Das Anbringen eines Tourniquets für weniger als 2 Stunden wird grundsätzlich als „unproblematisch“ betrachtet. Erst ab circa 2 Stunden steigt das Risiko für Gewebeschäden und Komplikationsrisiken. Ab 6 Stunden wird in dieser Studie von möglichem Amputationsbedarf gesprochen.

Im Vergleich dazu, die durchschnittlichen Wartezeiten auf einen Krankenwagen sind gerade mal 8 – 15 Minuten. Das ist weit weg von jeglicher Gefahr für Arme oder Beine und auch wenn – immer noch besser als zu verbluten.

Z-Folded Gauze:

Zum Versorgen von großen Wunden an Stellen wo kein Tourniquet angebracht werden kann, gibt es spezielle Wundauflagen wie das Quick Clot Combat Gauze.

Das ist eine mehrere Meter lange Wundauflage (Z-förmig gefaltet), die du direkt in die Wunde reindrückst um die Lücken zu füllen und die Blutung zu stillen. Wichtig dabei ist, dass ständig weiterhin Druck auf die versorgte Stelle ausgeübt wird.

Üblicherweise wird über die versorgte Stelle ein Druckverband angebracht, der die Wundauflage drinnen behält. 

Das oben erwähnte Combat Gauze enthält ein spezielles Mittel (Hämostyptikum) mit dem die Blutgerinnung beschleunigt wird.

Rechne in etwa 50€ für eine solche Wundauflage. Wenn dir das zu viel Geld ist, kannst du zur Not auch einfache komprimierte Gaze nehmen. Die bekommst du schon für 5€ oder weniger. Allerdings ohne Hämostyptikum. Aber besser als nichts.

Beide eine Haltbarkeit laut Hersteller von 5 Jahren und sollten danach ersetzt werden.

Trauma-Bandagen

Zum Verpacken von schweren Wunden gibt es spezielle Druckverbände. Sogenannte Trauma-Bandagen. Diese sind aus einem elastischen Material mit dem du den notwendigen Druck auf schwere Wunden aufbauen und aufrechterhalten kannst.

Rechne mit etwa 10€ und einer Haltbarkeit von 6 bis 8 Jahren. (Abhängig vom genauen Produkt)

Wendel-Tubus und Gleitgel

Ein Wendeltubus (Nasopharyngealtubus / NPA) ist ein weiches, gebogenes Kunststoffröhrchen, das durch ein Nasenloch bis in den Rachen geschoben wird. 

Er hält die oberen Atemwege offen, indem er verhindert, dass Zunge und Weichteile bei Bewusstseinsminderung den Luftweg blockieren.

Für ein leichteres Einführen sollte im IFAK auch eine kleine Packung Gleitgel dabei sein.

NPAs gibt’s in unterschiedlichen Größen. Für Erwachsene wird der Durchmesser CH 28 als guter Standard herangezogen.

Wenn du auch Kinder im Haushalt hast, solltest du auch eine entsprechende Größe für Kinder ins IFAK geben. Mehr dazu in dieser Leitlinie.

Mit etwa 5€ pro Wendeltubus ist das eines der günstigeren Komponenten im Set. Die genaue Haltbarkeit steht wieder auf dem Produkt selbst, üblicherweise werden Herstellerseitig 4-5 Jahre angegeben

Thoraxpflaster („Chest Seals”) 2er Set

Für Verletzungen im Brustbereich werden sogenannte „Chest Seals“ angewendet. Diese Pflaster bestehen aus einem dichten, durchlässigen Material, dass die Wunde vor eindringender Luft und Flüssigkeit schützt und so den Druck in der Brusthöhle stabilisiert.

Chest Seals solltest du im 2er Pack haben, damit du auch durchdringende Wunden versorgen kannst. (durchgehende Stiche, Schusswunden, etc…)

Zubehör und Werkzeug

Im IFAK solltest du zusätzlich noch folgendes Zubehör haben:

  • 1 Permanent Marker zum Markieren der Uhrzeit am Tourniquet
  • 1 Rettungsschere um Kleidung aufzuschneiden damit du an die Wunde kommst.
  • 1 Paar Nitrilhandschuhe um dich selbst zu schützen
  • 1 kleine Rolle Klebeband zum fixieren


„Stop the Bleed“ – Training

Damit du dein IFAK richtig einsetzt, ist es unbedingt notwendig auch einen Kurs zu besuchen, wo du die richtige Anwendung der einzelnen Komponenten im IFAK lernst.

Ein „Stop the Bleed“ konzentriert sich hier auf die effektive Blutstillung bei schweren Verletzungen. Das was du dort lernst, hilft dir nicht nur bei Schusswunden und Messerangriffen. Auch bei Unfällen aller Art (Haushalt, Arbeit, Verkehr, …) bist du mit diesem Wissen und einem entsprechenden IFAK besser gerüstet um Leben zu retten.

Die Preise hängen stark vom Anbieter und Umfang des Kurses ab. Einfache Halbtageskurse gibt’s für unter 200€.

 

Lebensnotwendige Medikationen

Wenn du, oder jemand in deiner Familie spezielle medizinische Bedürfnisse hat, dann sorge dafür, dass du diese erfüllen kannst.

Das können unter anderem sein:

  • Spezielle Medikamente: Dann leg dir einen 30 Tage Vorrat an und rotiere durch.
  • Spezielle Geräte: Dann sorge dafür, dass du diese Autark - also ohne Stromnetz betreiben kannst. (PV / Notstromaggregat)
  • Gekühlte Medikamente (Insulin): Dann stelle sicher, dass du mit Notstrom auch 30 Tage kühlen kannst.

Und so weiter. Wichtig ist, dass du dir im Vorfeld was du brauchst und sicherstellst, dass du das auch bei einem Systemausfall für mindestens 30 Tage weiterhin hast.


30 Tage Wundversorgung

Damit du auch längerfristig Wunden versorgen kannst, brauchst du genügend Material für die Wundversorgung.

Die amerikanische Firma „Refuge Medical“ hat einen Eimer für die Wundversorgung einer schweren Wunde für 30 Tage entwickelt.

Die Eimer werden zwar nicht nach Europa versendet, aber wir können etwas nachbauen, dass denselben Zweck erfüllt.

Ich habe auf Basis des Eimers eine leicht abgewandelte, für den DACH-Raum passende Liste gemacht:

  • 100x Mullkompressen 5cm x 5cm (100x Packung) ~ 6€
  • 100x Mullkompressen 7,5cm x 7,5cm (100x Packung) ~ 10€
  • 100x Mullkompressen 10cm x 10cm (100x Packung) ~ 15€
  • 50x Saugkompressen steril 10cm x 20cm (50x Packung) ~ 10€
  • 30x Mullkompressen steril 20cm x 20cm (30x Packung) ~ 27€
  • 6x Mullbinden 10cm x 4m (20x Packung) ~ 9€ für 20er Packung
  • 6x Mullbinden 6cm x 4m (20x Packung) ~ 8€ für 20er Packung
  • 8x Rollen Fixierpflaster 2,5cmx 5m (1x Packung) ~ 32€ (4€ je)
  • 2x Betaisadona Salbe 100g (Povidon-Iod) ~ 30€ (15€ je)
  • 1x 1000ml Wasserstoffperoxid-Lösung ~ 12€
  • 1x 500ml Isopropanol 70% ~ 10€
  • 2x 100ml Betaisadona ~ 15€ (7,50€ je)
  • 2x 100st Heftpflaster Sortiment ~ 20€
  • 1l NaCl 0.9% Lösung ~ 10€
  • 10x Einwegspritzen 20ml steril für Wundspülung ~ 10€
  • 1 Rettungsschere ~ 15€

Für knapp unter 200€ bist du mit diesen medizinischen Komponenten sehr gut für eine langfristige Wundversorgung aufgestellt.

Am besten packst du das Ganze in eine eigene Box und beschriftest sie mit „Wundversorgung“, damit du alles ordentlich beieinander hast.

 

Liste Standard

Zusätzlich zur Minimum Liste, solltest du im Standard folgendes haben:

  • 1x IFAK für kritische Wundversorgung
  • 1x abgeschlossenes „Stop the Bleed“ Training, damit du den Umgang mit dem IFAK beherrscht
  • 1x 30 Tage Vorrat an Wundversorgungsmaterial (Liste siehe oben)
  • (falls relevant) 1x 30 Tage Vorrat an deiner lebensnotwendigen Medikation + Strom und Kühlung


Upgrade

Auch wenn wir noch so viel Ausrüstung und Know-How erwerben um medizinisch gut aufgestellt zu sein, werden wir nie an die Expertise und Ressourcen von einem Krankenhaus voller Ärzte und Chirurgen rankommen.

Was wir aber machen können, ist die Auswirkung von überfüllten Krankenhäusern und Ressourcenknappheit auf uns möglichst zu reduzieren.

Deshalb sollten wir uns überlegen:

  • Wie kommen wir im Notfall an Medizin.  (Was lässt sich bevorraten? Was können wir selbst herstellen? (Kräutermedizin, Antibiotika ,Betäubungsmittel, etherische Öle, alternative Medizin)
  • Wie können wir kritische Wunden möglichst lange zuverlässig versorgen, bis eine Notfallbehandlung von einem Spezialisten erfolgen kann (erweitertes IFAK, besseres Training, EDC, ..)
  • Wie kann im Notfall ein Transport aussehen? (Krankentrage, …)
  • Welche „einfachen“ Behandlungsmethoden können wir uns anzeigen (Nähen, …)
  • Wie sieht eine langfristige Behandlung von schwereren Wunden aus (viele Verbände, Auflagen, …)
  • Wie kann bei überfüllten Stationen, eine Krankenbetreuung zuhause aussehen? (Krankenbett, etc…)
  • Wie kann eine Rehabilitation aussehen? Krücken, Rollator, Halskrause, Rollstuhl, …
  • Wie kann vorgebeugt werden? (Gesunden Untersuchung, gesunder Lebensstil, regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung, Gesundheitliche Probleme rechtzeitig Adressieren, Gefährliche Allergien desensibilisieren, Zähne)


Erweiterte Erste-Hilfe-Kurse

Mit dem „Stop the Bleed“ Training aus Standard System hast du bereits ein Basistraining im Umgang mit deinem IFAK gelernt.

Damit das ganze noch besser sitzt solltest du dein Wissen aber weiterhin vertiefen. 

Viele Anbieter bieten weiterführende Mehrtageskurse nach einem „Stop the Bleed Training“ an.

Dort hast du die Gelegenheit im Beisein von Profis deine Erste Hilfe Fähigkeiten zu üben.

Binde auch wieder den Rest deiner Familie ein. Jeder der im Haushalt ein KFZ bewegt, oder im Umgang mit Waffen geschult ist, sollte neben dem Basis Erste-Hilfe-Kurs auch mindestens ein „Stop the Bleed“ Training absolviert haben und ein IFAK benutzen können.

Wenn du dich noch weiter ausbilden möchtest, kannst du dich auch freiwillig bei der Rettung engagieren und im Zuge deiner Tätigkeit dort weitere Ausbildungen machen (Notfallsanitäter, etc…)

Das macht besonders dann Sinn, wenn du in deiner Prepper Gruppe Spezialisierungen machst. (Medizin, Sicherheit, Kommunikation, Logistik, Landwirtschaft, …)

 

IFAK immer dabei

Damit du in jeder Lebenslage effektiv Leben retten kannst, solltest du neben der Ausbildung auch ständig Trauma Medizin Komponenten in der Nähe haben.

Dazu gehört, dass Basis IFAK Komponenten wie ein Tourniquet und Gauze täglich mit dir führst. (EDC – Everyday-Carry)

Überleg dir wie dein Alltag aussieht und wie du es dort miteinbeziehen kannst.

Hier zwei Beispiele:

  • Bürojob: kompaktes IFAK in den Rucksack oder Notebooktasche
  • Handwerk: IFAK am Gürtel oder in Taschen der Arbeitshose

Viele schwere Unfälle passieren im Straßenverkehr. Pack in jedes KFZ ein IFAK. Dann hast du auch was dabei, wenn du in deiner Freizeit in einen Verkehrsunfall verwickelt wirst.

Bist du im Schießsport oder in der Jagd aktiv dann sollte auch dort ein IFAK für Unfälle dabei sein. (Range Bag / Rucksack / Gürtel)

 

Schutzausrüstung

Bei der Patientenversorgung solltest du dich im ersten Schritt selbst schützen. Dafür benötigst du je nach Fall unterschiedliche Ausrüstung. Mit diesen Punkten hast du einen guten Grundschutz:

  • 100er Packung Nitrilhandschuhe (8€)
  • 20er Packung FFP2 Masken (10€)
  • 100er Packung Schutzkittel (60€)
  • 2x Chemie- Schutzoverall (je 20€)
  • 2x Vollsicht-Schutzbrillen (je 10€)
  • 5x Chemikalienschutz Handschuhe (je 3€)
  • 5x PE-Überziehstiefel (je 3€)
  • 5x FFP3 Masken mit Ausatemventil (je 3€)
  • 2x Paar einfache Gummistiefel (je 25€)
  • 100er Packung Kabelbinder 20cm (8€)
  • 30er Packung extra starke Müllsäcke (20€)

Grob überschlagen erhältst du für unter 300€ eine gute Schutzausrüstung für 2 Personen für die langfristige Behandlung erkrankter Patienten. 

 

Langzeit- und Pflegefähigkeit

Bei einer längeren Krise sind Krankenhausbetten und Pflegekräfte höchstwahrscheinlich stark begrenzt.

Deshalb musst du dafür sorgen, dass du zu Hause einen Patienten entsprechend versorgen kannst.

Denke an folgendes:

  • Ein medizinisches Bett, oder zumindest ein Bett mit verstellbarer Lehne.
  • Mehrere Bettlaken, Bettwäsche und Inkontinenzunterlagen um das Bett ständig sauber zu halten
  • Ausreichende Hygiene (Waschalternative, Desinfektion, …), um Infektionen vorzubeugen und Ansteckung zu vermeiden (behandle ich hier genauer)
  • Mobilität: Damit der Patient sich weiterhin möglichst selbstständig bewegen kann, macht es Sinn auch hier vorbereitet zu sein. Besonders dann, wenn es heute schon Beschwerden oder Vorerkrankungen gibt. Dinge wie Krücken, ein klappbarer Rollstuhl, Orthesen und Schienen sorgen dafür, dass der Patient in der Krise mobil bleibt.
    Eine Rettungstrage hilft beim Transport des Patienten von A nach B.
  • Know-How und Literatur. Falls du wirklich in der Pflege auf dich gestellt bist, brauchst du gutes Nachschlagewerk. Beschaffe dir ein paar gute Bücher zum Thema Wundversorgung / Verbandswechsel, Pflege und Realhabilitation.

 

Kräutergarten und Hausmittel

Bei einer langfristigen Krise gehen dir früher oder später die Medikamente aus. Gerade aber gegen einfache Beschwerden wie Gelenkschmerzen, Husten, grippale Infekte und ähnlichem gibt es eine Vielzahl an wirkvollen Hausmitteln oder Kräuter die auch in deiner Nähe wachsen, auf die du im Notfall zurückgreifen kannst.

Frühzeitig behandelte Symptome können den weiteren Krankheitsverlauf erleichtern und die Genesung beschleunigen. Es macht also durchaus Sinn sich mit dieser Materie intensiv zu beschäftigen.

Besorg dir ein paar Bücher zum Thema und teste was für deine Familie funktioniert.

 

Prävention

Noch besser als eine gute Behandlung und Genesung sicherzustellen ist es erst gar nicht krank zu werden. Deshalb solltest du die Wahrscheinlichkeit krank zu werden so gut es geht im Vorfeld verringern.

Dazu gehört ein gesunder Lebensstil, regelmäßige ärztliche Untersuchungen und gesundheitliche Probleme, oder Abhängigkeiten frühzeitig zu adressieren.

Beachte folgende Punkte:

  • Gesunde Ernährung
  • Bewegung (Sport, Spaziergänge an der frischen Luft, …)
  • Regelmäßige gesundheitliche Untersuchungen
  • Jährlicher Zahnarztbesuch
  • Gesundheitliche Probleme untersuchen lassen und frühzeitig behandeln
  • Alkoholkonsum in einem gesunden Bereich halten
  • Allergien: erkundige dich bei deinem Arzt nach sinnvollen Möglichkeiten diese loszuwerden (Desensibilisierung)
  • Abhängigkeiten loswerden

Liste Upgrade

Zu einem erweiterten System gehören zusätzlich zum Standardsystem folgende Punkte:

  • 1x Person mit erweiterter Erste-Hilfe Ausbildung (TCCC, Sanitäter, …)
  • 1x „Stop the Bleed“ Training für jeden Erwachsenen (nicht älter als 2 Jahre)
  • 1x IFAK pro KFZ
  • 1x IFAK im EDC
  • 1x IFAK im Range Bag oder Jagdrucksack
  • 1x große Kiste mit Schutzausrüstung (Liste siehe Schutzausrüstung)
  • 1x medizinisches Bett / Bett mit verstellbarer Lehne
  • 4-5x Bettwäsche und Bettlaken Ersatz für das Krankenbett
  • 3x Waschbare und wasserdichte Inkontinenzunterlagen
  • 1x Krücken
  • 1x einfacher faltbarer Rollstuhl
  • 1x faltbare Rettungstrage für Krankentransport
  • (falls relevant) Orthesen (Knie, etc…)
  • Je 1x Buch zu den Themen Wundversorgung, Pflege und Rehabilitation
  • Je 1x Buch zu den Themen Hausmittel und Kräutermedizin
  • Ein gesunder Lebensstil
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