Einleitung
Die meisten Krisen starten nicht mit Weltuntergang, sondern mit ganz normalen Ausfällen: ein Stromproblem im Ort, ein Wasserrohrbruch, ein Lieferengpass, eine Krankheit in der Familie oder schlicht ein paar Tage, in denen „nichts mehr wie gewohnt“ funktioniert.
Genau dafür ist dieser Einstieg gedacht – für Einsteiger, die einen klaren Plan wollen statt endloser Checklisten.
Sieben Tage sind dabei ein sinnvoller Hebel: Damit deckst du einen großen Teil realistischer Szenarien ab und hast gleichzeitig genug Puffer, wenn sich etwas zieht. Und damit du nicht für jeden Einzelfall neu planen musst, bauen wir den Vorrat auf das Worst-Case-Szenario: kein Strom, kein Wasser aus der Leitung und keine funktionierende Versorgungskette.
In der Praxis fällt selten alles gleichzeitig aus. Oft sind es nur Teile des Systems: Strom da, aber kein Warmwasser. Wasser da, aber Supermarkt leer. Internet weg, aber Heizung läuft. Wenn du für das harte Szenario vorbereitet bist, bist du automatisch auch für die „kleinen“ Krisen solide aufgestellt

Lebensmittel und Kochen
In der Krisenvorsorge steht das Überleben im Vordergrund. Deshalb ist energiedichte Nahrung wichtiger als gesunde und ausgewogene Ernährung. Für die Bedarfsrechnung rechnet man deshalb mit Kalorien.
2500 kcal werden für einen erwachsenen Mann angesetzt. Am besten rechnest du das pauschal für alle Personen, auch Kinder, Frauen und alte Menschen. Das ist nicht nur einfacher zu rechnen, sondern gibt dir auch einen Puffer für erhöhten Kalorienbedarf durch mehr körperliche Aktivität.
Und ja – du wirst beim Durchrechnen feststellen, dass da ganz schön viel zusammenkommt.
So baust du den Vorrat schnell und stressfrei auf:
- Sattmacher: Reis, Nudeln, Haferflocken
- Protein: Bohnen/Linsen, Thunfisch/Fleischkonserven, Aufstriche
- Kalorien-Booster: Öl, Nüsse, Erdnussbutter, Schokolade (klein, aber effektiv)
- “Ohne Kochen”-Fallback für 1–2 Tage einplanen: Knäcke + Aufstrich, Dosen, Riegel, Nüsse.
- Einfache warme Mahlzeiten bevorzugen (Gulasch, Ravioli, Pasta + Sauce, Linseneintopf, Suppen).
Mehr zum Thema Lebensmittelvorrat findest du in diesem Beitrag:
https://auer-preparedness.at/blog/post/lebensmittelvorrat-fuer-die-krise/

Stromlose Kochalternative.
Heutige Küchen häufig nur mehr mit Elektrogeräten ausgestattet. Damit du aber bei einem Stromausfall auch weiterhin kochen kannst, brauchst du eine stromlose Kochalternative.
Die einfachste Möglichkeit sind mobile Gaskocher. Die sind klein, kompakt und günstig und eignen sich hervorragend als Kochalternative für Einsteiger. Je nach Modell und Anzahl der Brenner liegst du irgendwo zwischen 40 und 80€ fürs Gerät.
Bei den Gaskartuschen (227g Butan) musst du mit 1-2€ pro Kartusche rechnen. Wobei Großpackungen meist wesentlich günstiger sind.
Angegeben ist die gesamte Brenndauer von 3 Stunden. Das ist aber bei sehr niedriger Stufe. In der Praxis wirst du eher bei 1 – 1,5 Stunden landen. Wenn du dir zum Kocher also noch 8 Kartuschen dazukaufst (gibt’s oft im Set), solltest du locker über die ersten sieben Tage drüber kommen. Auch bei mehreren Personen im Haushalt.
Vom Kochen drinnen mit dem Gaskocher wird generell abgeraten. Wenn du es im Notfall aber trotzdem machen musst, sorge dafür, dass du einen Kohlenmonoxid Melder installierst hast UND gut lüftest – auch im Winter!
Andere Möglichkeiten zum stromlosen Kochen:
Holzofen:
+ zusätzlich als Wärmequelle im Winter
+ Brennholz ist in Mitteleuropa leicht zu bekommen und günstig und leicht zu lagern
+ Sind für das Kochen IM Haus konzipiert.
- teuer in der Anschaffung (Gerät + Installation)
- benötigt eigenen Platz in der Küche
- Kochen ist auffällig (Rauch aus dem Rauchfang)
- jährliche Wartungskosten (Rauchfangkehrer)
Holzkohlegrill:
+ Holzkohle ist einfacher zu lagern als Gas
- darf ausschließlich draußen verwendet werden
- relativ hoher Verbrauch an Kohle pro Kochvorgang
- lange Vorlaufzeiten.
- Auffällig (starke Rauchentwicklung)
Spiritusbrenner:
- brennt nicht so heiß – Kochen dauert wesentlich länger.
- Ist der Brennstoff leer, muss der Kocher komplett auskühlen, bevor er nachgefüllt werden kann.

Wasser
Ganz wichtig bei der Bevorratung ist auch genügend sauberes Wasser zu bevorraten. Pro Person solltest du jeweils 2,5 Liter für Trinken, Kochen und Hygiene ansetzen. Gesamt also 7,5 Liter pro Person und Tag.
Diese Zahlen habe ich aus den deutschen und österreichischen Wasserstatistiken, sowie der UNICEF entnommen. Genaueres findest du in meinem Beitrag „Wie viel Wasser brauchst du in der Krise?“.
Bei einem 7 Tage Vorrat sind das bereits für eine Person 52,5 Liter Wasser - oder 35x 1,5 Liter Flaschen. Das ist schon ganz schön viel.
Gerade wenn ihr mehr Personen seid, ist es hier schon sinnvoll größere Wassergebinde zu bevorraten.
20 Liter Kanister sind super. Die sind noch gut tragbar, aber viel platzsparender als 13x 1,5 Liter Flaschen. Beachte nur wenn du dein eigenes Wasser bevorratest, dass du keine Keime reinbringst, Konservierungsmittel hinzufügst und richtig lagerst.
Die komplette Anleitung gibt’s hier: Anleitung: „Trinkwasser lagern ohne Verkeimung – so geht’s richtig!“.
Wasser an sich kann nicht „schlecht“ werden, aber kleine Keime im Wasser können sich über die Zeit vermehren und das Wasser damit ungesund für den Menschen machen. Deshalb solltest du das selbst eingelagerte Wasser jährlich oder sogar halbjährlich austauschen.
Ein separater Wasserfilter oder Entkeimungsmittel (Micropur) sind eine gute Ergänzung, ersetzen aber keine Bevorratung von sauberem Wasser. Dein Plan für die Krise sollte also nicht sein mit einem Wasserfilter vom Regenwasser zu leben.

Kommunikation
Kommunikation ist immens wichtig – und genau deshalb fällt sie uns erst auf, wenn sie fehlt.
Im Alltag schreibst du „bin später da“, checkst schnell eine Info, rufst kurz an und alles ist geklärt. Stell dir vor, du willst ein Kind abholen, der Partner kommt später, irgendwo ist eine Straßensperre – und plötzlich geht nichts raus und nichts rein. Kein „kurz nachfragen“, kein Lage-Update, nur Rätselraten.
Für 7 Tage brauchst du deshalb ein simples System, das auch ohne Komfort funktioniert: Informationen beschaffen und Abstimmung mit Familie, Freunden und Nachbarn.
Notfallradio – Pflicht für die Informationsbeschaffung
Wenn Mobilfunk und Internet ausfallen, bleibt oft nur mehr der klassische Rundfunk. Viele Rundfunkstationen in Österreich und Deutschland sind mit Notstromversorung für 2 bis 3 Tage abgesichert. (Mobilfunk und Internet - wenn überhaupt - weniger als 1 Stunde)
Aber auch darüber hinaus kann Rundfunk funktionieren, sofern genügend Kraftstoff für die Notstromaggregate nachkommt.
Du hast also sehr gute Chancen mit einem Radio auch über einen längeren Zeitraum und bei großflächigen Ausfällen an Informationen zu kommen. Und die sind wichtig, damit du korrekt handeln kannst.
Du musst wissen:
- Was passiert ist, die Folgen davon sind und wie du dich am besten verhaltest.
- Wann du damit rechnen kannst, dass wieder alles funktioniert. Sind es Tage? Wochen? Länger?
Ein Notfallradio sollte mobil sein, austauschbare Batterien haben. Aber auch alternative Lademöglichkeiten sind wichtig, damit du das Gerät autark betreiben kannst. (Solar, Kurbel)
Tipp: Achte auch darauf, dass die Ladekabel und Batterien möglichst den gleichen Typ haben wie die anderen Geräte (Taschenlampe, …). Dann kannst du besser zwischen den Geräten rotieren.
Mobilfunk: nicht darauf verlassen, aber nutzen solange er noch funktioniert!
In den ersten Stunden kann Mobilfunk noch funktionieren, später wird’s oft instabil (Überlastung, leere Notstrom-Akkus, Ausfälle einzelner Standorte). Nutze ihn deshalb priorisiert und sparsam: kurze Textnachrichten statt Telefonate, feste Zeitfenster statt Dauer-Checken.
Dazu brauchst du Energie: Powerbank(s) und ein Ladekabel, idealerweise ergänzt durch ein 12V-KFZ-Setup (Adapter/USB-Lader) fürs Auto.
Und – das sollte selbstverständlich sein – spare so viel Akku wie du kannst. Verwende das Handy nur mehr für Kommunikationszwecke (Primär SMS), nicht mehr für Unterhaltung und schalte es dann wieder aus.
Mach einen Familien – Kommunikationsplan!
Damit du bei eingeschränkter Kommunikation trotzdem noch effizient mit der Familie kommunizieren kannst, mach dir vorher einen Kommunikationsplan für die Familie.
Wichtig ist, dass du den Plan schriftlich festhältst und im Vorfeld mit der Familie besprichst.
Denke dran mindestens folgendes drauf zu haben:
- Check-in-Zeiten (z. B. 09:00 und 18:00)
- Priorität der Kommunikationsmittel (SMS/Anruf/Handfunkgerät?)
- Treffpunkt und Ausweichpunkt (z.B. zu Hause/ bei Opa / …)
- Eine Kontaktperson außerhalb der Region bei der alle durchklingeln
- Eure wichtigsten Telefonnummern.
Unterm Strich: Für 7 Tage reichen ein funktionierendes Radio, Strom fürs Handy und ein klarer Kommunikationsplan. Alles darüber ist Ausbau – aber ohne dieses Minimum bist du schnell abgeschnitten.

Hygiene und Abfall
Wenn du Hygiene in der Krisenvorsorge zum ersten Mal angehst, mach es dir nicht komplizierter als nötig: Ziel für 7 Tage ist nicht „frisch wie im Hotel“, sondern Keime, Geruch, Müll und Würde unter Kontrolle zu halten.
Wenn das steht, kannst du später immer noch ausbauen.
Nottoilette: simpel, dicht, geruchskontrolliert
Ein funktionierendes Toilettenkonzept ist der Kern.
Für 7 Tage reicht ein stabiler Eimer mit Deckel, ausgekleidet mit extra starken, undurchsichtigen Müllsäcken. Wer bequemer sitzen will, nimmt eine einfache Nottoilette mit Klobrille – das ist am Ende dasselbe Prinzip, nur komfortabler.
Damit es nicht nach zwei Tagen kippt, brauchst du Bindemittel. Ich bevorzuge Sägespäne: günstig, natürlich, hält trocken und kann – je nach Setup – später besser weiterverarbeitet werden.
Katzenstreu oder Toilettenpulver funktionieren auch, aber du machst daraus schneller „Sondermüll“, den du später kaum sinnvoll behandeln kannst.
Wichtig: Toilettenbeutel immer doppelt verpacken und so lagern, dass du sie nicht täglich im Wohnraum riechst.
Hände sauber halten: hier entscheidet sich, ob’s eskaliert
Hände waschen ist nicht „nice to have“, sondern der Hebel gegen Krankheiten. Regel: nach jedem Toilettengang und vor jeder Mahlzeit. Dafür brauchst du Seife und sinnvollerweise Desinfektionsmittel als Backup, wenn Wasser knapp ist oder unterwegs.
Abwasch: „gut genug“ statt Wasser verschwenden
Geschirr wird per Hand mit Spülmittel und wenig Wasser gereinigt. Einweggeschirr spart zwar Abwaschwasser, erzeugt aber zusätzlichen Müll, den du wieder lagern musst.
Windeln & Damenhygiene: planen statt improvisieren
Wenn Kinder, Pflegebedarf oder Menstruation im Haushalt Thema sind: Windeln, Feuchttücher und Damenhygieneartikel gehören fix in den 7-Tage-Vorrat. Hier zu knapp zu kalkulieren rächt sich schnell.
Minimum-Checkliste:
Für die ersten sieben Tage musst du keine perfekte Wäsche-Logistik aufbauen. Saubere Hände, ein sauberes Toilettensystem und kontrollierbarer Müll reichen – und das meiste davon nutzt du ohnehin im Alltag.
- Nottoilette mit Deckel
- Bindemittel
- extra starke Müllsäcke (plus Reserve)
- Toilettenpapier
- Wasser zum Waschen (ist im Kapitel Wasser schon abgedeckt)
- Seife
- Desinfektionsmittel
- Spülmittel
- ggf. Windeln/Feuchttücher und Damenhygieneartikel.

Licht und Strom
Wenn es dunkel wird, steigt das Unfallrisiko sofort – und der Alltag wird zäh.
Der klassische Fehler: Handy-Licht. Das ist bequem, aber du verbrennst damit genau den Akku, den du für Kommunikation und Informationen brauchst.
Für 7 Tage ist das Ziel deshalb klar: sichere LED-Beleuchtung als Basis, dazu eine stromlose Reserve, und ein kleiner Notstrom-Puffer, damit Akkus nicht dein Engpass werden.
LED-Basis: pro Person, plus Raumlicht
Die Grundlage sind Taschenlampen und Stirnlampen. Nicht „eine Lampe für alles“, sondern verteilt und redundant:
- Pro Person 1 einfache batteriebetriebene Taschenlampe (idealerweise AA/AAA), plus 1–2 Reserve-Lampen im Haushalt. Günstige Lampen gehen kaputt oder Batterien laufen aus – das ist normal, also plane Reserven ein.
- 1–2 LED-Laternen für die Aufenthaltsräume: damit
du nicht dauerhaft „Punktlicht“ hast, sondern brauchbares Raumlicht. Lagere sie
am besten gleich dort, wo sie stehen sollen (Küche/Wohnzimmer).
Batterien: weniger Typen, weniger Chaos
Der zweite typische Fehler sind fünf verschiedene Batterietypen. Mach’s dir leicht: 1–2 Standardtypen (AA/AAA) und die konsequent bevorraten.
Optional kannst du dir auch ein paar wiederaufladbare Batterien mit Ladgeräten zulegen. Für den Fall, dass dir doch mal die (normalen) Batterien ausgehen.
Stromlose Reserve: Kerze ja – aber kontrolliert
Kerzen funktionieren immer, sind aber offene Flamme.
Wenn du sie nutzt, dann nur in Laternen oder geschützten Gefäßen, nicht unbeaufsichtigt und nicht im Durchgangsbereich. Beleuchte bewusst nur 1–2 Räume, damit du das Risiko im Griff behältst. Feuerlöscher oder zumindest ein großer Eimer Wasser gehört in Reichweite.
Powerbanks als Notstrom Minimum
Notstrom heißt hier nicht „Haus versorgen“, sondern Akkus aufladen. Im Minimum Setup für 7 Tage sind das Powerbanks, mit denen du dein Telefon (am wichtigsten!) und deine Akkus für Lampen auflädst.
Mehr Details gibt’s im Beitrag „Notbeleuchtung im Krisenfall - welche Lampen sinnvoll sind.“.

Fluchtrucksack
Ein Fluchtrucksack ist kein „Bushcraft-Set“, sondern dein Plan für eine schnelle Evakuierung: von A nach B – sicher raus, woanders unterkommen. Der Grund muss kein Krieg sein.
Es reicht ein Hausbrand, Überschwemmung, Sturm oder ein anderes persönliches Problem, bei dem du sofort weg musst.
Die Regel ist simpel: pro Person ein Rucksack, nicht zu schwer, nur Basics, die wirklich helfen. Jeder sollte damit ein paar Kilometer gehen können, ohne nach 20 Minuten einzugehen.
Wichtig ist nicht nur der Inhalt, sondern der Zugriff: Der Rucksack gehört griffbereit in die Nähe des Ausgangs (Garderobe, Garage, Flur) – nicht irgendwo im Keller.
Und optisch: unauffällig statt taktisch. Kein „Operator-Look“, kein Zeug außen dran. Du willst in Stresssituationen keine Aufmerksamkeit – „Grey Man“ ist hier schlicht die bessere Strategie.
Minimum - Ausstattung
Folgendes solltest du in jedem Fluchtrucksack haben:
- 100€ Bargeld in kleinen Scheinen (5€, 10€, 20€)
- Wasserflaschen MIT Wasser
- Kalt genießbares Essen (Müsliriegel, Trockenrationen)
- 1 Kopflampe batteriebetrieben
- 4 Ersatzbatterien für Kopflampe in einer Batteriebox
- Persönliche Medikamente
- Schlafsack
- Regenschutz (Regenponcho mit Ösen)
- Frische Unterwäsche und Socken
- Faltbare Sitzmatte
- Rettungsdecke
Zusätzlich bei jedem Erwachsenen:
- Erste Hilfe Set
- Messer
- Dokumentenmappe mit Kopien wichtigster Dokumente
- Toilettenpapier und ein kleines Fläschchen Handdesinfektionsmittel
Bei einer Person in der Gruppe:
- Batteriebetriebenes Notfallradio (gleicher Batterietyp wie die Kopflampen)
- Powerbank (aufgeladen) und Ladekabel für eure Smartphones
- Wasserfilter
Mit dieser Ausstattung deckst du die wichtigsten Themen in der Krisenvorsorge ab. Damit du später schnell alles findest, kannst du deine Ausrüstung mit zusätzlichen Gepäckorganizer unterteilen.
Sinnvolle Ergänzungen
Neben der absoluten Minimalausstattung gibt es einige sinnvolle Erweiterungen, die du in Betracht ziehen solltest.
Damit du aber nicht am Schluss total überladen bist (und zu viel Geld verbrennst), mach dir im Vorfeld Gedanken wie eine Flucht bei dir aussehen könnte:
- Was sind mögliche und in deiner Region wahrscheinliche Gründe zu fliehen?
- Wohin würdest du hinfliegen und wie weit ist das weg?
- Wie würdest du fliehen? Auto? Zug? Flug? Zu Fuß?
- Wie sieht die genaue Fluchtroute aus? Auf welche Nebenrouten kannst du ausweichen?
Basierend auf dem kannst du dir dann überlegen welche Erweiterungen Sinn machen.
Hier ein paar Beispiele:
- Landkarte und Kompass
- Feuerkit (BIC Feuerzeug, Feuerstarter, …)
- Koch-Set (Gaskocher, Hobo – Kocher, …)
- Tarp und Fallschirmleine (Paracord) um temporären Unterschlupf aufzubauen
- Handwärmer
- GPS Telefon (Teuer!)
Was ist nicht dabei und warum?
Feste Schuhe und Jacken: Die liegen sowieso im Eingangsbereich / Garderobe herum und müssen nicht IM Rucksack gelagert werden.
Zelt: Meist zu schwer für den Fluchtrucksack. Zum Mitnehmen im Fahrzeug OK.
„Bushcraft“ Werkzeug wie Beil, Säge, Messerschärfer, Feuerstahl, Angelausrüstung: Das Ziel ist sicher und schnell von A nach B zu kommen, und nicht eine Basis in der Wildnis zu bauen.
Solarmodule. Kleine Geräte bringen zu wenig Leistung und Große sind zu schwer.
Fluchtrucksack bei Kindern
Das Rucksackgewicht sollte vom Kind getragen werden können. Fast immer wirst du einiges an Wasser und Lebensmittel in die Elternrucksäcke umpacken müssen, damit das Kind den Rucksack zuverlässig tragen kann.
Achte beim Zusammenstellen des Rucksacks auch darauf, dass noch genügend Platz für das Lieblingskuscheltier bleibt.
In einer Ausnahmesituation wo alle nervös sind, wird es das dabei haben wollen.

Fazit – deine 7 Tage Checkliste
Also zusammengefasst brauchst du als Minimum für 7 Tage folgendes.
Lebensmittel und Kochen
- Lebensmittelvorrat für 7 Tage. 17.500 kcal / Person (Haltbares und nur was schmeckt!)
- 1 Mobiler Gaskocher
- ~ 8 Stück Gaskartuschen (227g Butan)
- Kohlenmonoxid – Melder
Wasser
- Wasservorrat für 7 Tage. 52,5 Liter / Person (bspw. 2x 20L Kanister + 9x 1,5L PET-Flasche)
- Konservierungsmittel für Wasserabfüllung in Kanister (bspw.. Micropur Classic)
Kommunikation
- Batteriebetriebenes Notfallradio (mobil, austauschbare Batterien)
- Einen Kommunikationsplan auf Papier
Hygiene und Abfall
Der Bedarf ist sehr individuell. Notiere dir was du im Alltag brauchst und rechne es auf 7 Tage hoch. Das legst du dir dann auf Vorrat:
- 1 Nottoilette oder stabiler Eimer mit Deckel
- Extra starke, undurchsichtige Müllsäcke passend + Reserve
- Bindemittel: Sägespäne (rechne eine große Tasse voll pro Toilettengang)
- Toilettenpapier
- Seife + Desinfektionsmittel
- Spülmittel
- Zusätzliche Müllsäcke für normalen Abfall
- Falls relevant: Windeln + Feuchttücher / Damenhygieneartikel
Licht und Strom
- 1 Taschenlampe / Person + 1-2 Reserve Lampen im Haushalt
- 2 LED Laternen für Aufenthaltsräume
- Ersatzbatterien, damit du alle Lampen und das Notfallradio mindestens 2 mal voll bestücken kannst.
- Powerbanks (mindestens 10.000 mAh)
Pro Person: Fluchtrucksack mit:
- 100€ Bargeld
- 2x 1 Liter Wasserflasche mit Wasser
- 2500 kcal Kalt genießbares Essen (Müsliriegel, Trockenrationen)
- 1 Kopflampe mit Ersatzbatterien
- Persönliche Medikamente
- 1 Schlafsack
- 1 Regenponcho mit Ösen
- 1 Set frische Unterwäsche und Socken
- 1 Faltbare Sitzmatte
- 1 Rettungsdecke
- 1 Erste Hilfe Set
- 1 Messer
- 1 Dokumentenmappe mit wichtigen Dokumenten
- 1/2 Rolle Toilettenpapier
- 1 kleines Fläschchen Handdesinfektionsmittel
- (Mindestens 1x pro Gruppe) 1 Notfallradio
- (Mindestens 1x pro Gruppe) 1 Powerbank und Handyladekabel
- (Mindestens 1x pro Gruppe) 1 Wasserfilter