Einleitung
Ein Winter-Blackout ist kein „unangenehmer Abend ohne Heizung“, sondern nach wenigen Stunden ein echtes Risiko: Wohnung kühlt aus, Schlaf wird miserabel, Fehler passieren.
Genau deshalb geht’s in diesem Beitrag nicht um Wohlfühlwärme, sondern um ein System, das funktioniert – in drei Stufen:
- Minimum (7 Tage) hält dich mit Kleidung, Schlafplatz und Wärmeerhalt stabil
- Standard (30 Tage) bringt eine echte Heizalternative für einen Raum inklusive Bedarf/Verbrauch, und
- Upgrade (Monate bis Jahre) zielt auf ein langfristig tragfähiges, (teil-)autarkes Heizkonzept fürs ganze Haus.

Minimum (7 Tage)
Beim Minimum System steht das Überleben im Vordergrund. Erwarte hier keine Komfortwärme oder Warmwasser. Das lässt sich zwar auch realisieren, sprengt aber den Rahmen vom Minimum. (Behandeln wir beim Standard und Upgrade)
Stattdessen konzentrieren wir uns hier auf die bestmögliche Erhaltung der Umgebungs – und Körperwärme.

Warme Kleidung
Bei ausgefallener Heizung im Winter wird es in kürzester Zeit sehr kalt im Haus. Sorge dafür, dass du genügend warme Kleidung für alle Personen im Haushalt hast, um gut durchzukommen.
Besonders bei Kindern ist das wichtig. Die bewegen sich sehr viel und ein „in Decken einwickeln“ System funktioniert da de facto nicht. Und ist der Körper erst mal ausgekühlt, dauert es lange ihn wieder zu erwärmen, besonders wenn du keine zuverlässige Wärmequelle hast.
Damit also keiner Krank wird, deck dich mit guten Schichten an Winterkleidung ein. Dazu gehören:
- Warme Hauben (Wolle, Fleece): Über den Kopf verlierst du sehr viel Wärme. Besonders bei kurzen Haaren oder Glatze.
- Hausschlapfen: Ein kalter Boden entzieht dem Körper schnell die Wärme. Hausschlapfen bieten eine Isolationsschicht zwischen Körper und Boden.
- Einige paare warme Socken: um die Füße warm zu halten.
- Ausreichend Thermo- /Schiunterwäsche: Lange Unterhemden und Unterhosen als erste Schicht. (Base-Layer)
- Pullover oder Fleecejacken: als warme Mittelschicht (Mid-Layer).
- Warme Winterjacken: als dritte Schicht Wärmeschicht (Outer-Layer)
- Warme Handschuhe: um die Hände warm zu halten
- Winterstiefel: um draußen möglichst warm zu bleiben
Wichtig bei der Kleidung ist – egal ob herinnen oder draußen, dass du dich der Temperatur entsprechend kleidest. Prinzipiell eher zu warm anziehen als zu kalt, aber du solltest natürlich auch nicht schwitzen.
Schwitzen bedeutet Feuchtigkeit und durchgenässte Kleidung verliert ihre Wirkung.
Ist dir zu warm, nimm eine Schicht weg (Jacke weg). Kleine Kinder können das schlechter selbst einschätzen, fühle dazu die Temperatur immer wieder mal am Genick des Kindes um festzustellen ob es zu heiß / kalt ist.

Warmes Schlafsystem
Besonders wichtig ist auch ein warmer Schlafplatz, damit man nicht auskühlt oder krank wird. Dafür müssen Schlafräume nicht unbedingt beheizt sein. Aber du brauchst ein warmes Bett.
Sorge dafür, dass du ausreichend dicke Winterdecken hast. Und idealerweise ein paar gute Wolldecken, Schlafsäcke (Winter oder 3-Jahreszeiten) und Isomatten. (Für Isolation vom Boden, wenn du ein Matratzenlager aufbaust)
Ist das auch noch zu kalt, dann am besten einen gemeinsamen Schlafraum für die Familie nutzen und dicht nebeneinander schlafen. Jede Person im Raum ist eine eigene kleine Wärmequelle. Ein gemeinsamer Schlafraum wurde auch schon im Mittelalter genutzt um möglichst warm zu schlafen.
Auch Pinguine nutzen die gegenseitige Wärme um in den kältesten Regionen der Welt zu überleben.

Wohnung dichthalten
Da du noch keine Heizalternative hast, solltest du zumindest dafür sorgen, dass du so wenig Wärme wie möglich aus der Wohnung verlierst.
Bereits im Vorfeld solltest du undichte Fenster und Türen abdichten. Für den Fall
Leg dir auch noch etwas Malerkrepp auf Lager. Das brauchst du sowieso für Malerarbeiten und du kannst es damit in einer Notsituation Fenster und Türen abkleben und damit abdichten.

Kochalternative Gaskocher
Das Thema Kochen gehört eigentlich eher zum Bereich Ernährung und Lebensmittel im Blackout, dennoch ist es auch ein wichtiges Kriterium um warm zu bleiben. Also gehen wir kurz darauf ein.
Eine warme Mahlzeit, ein Tee oder Kaffee ist eine gute Möglichkeit sich von innen warm zu halten. Dafür benötigst du heißes Wasser – was du bei einem Stromausfall nicht hast, da die meisten Küchen mit elektronischen Kochgeräten ausgestattet sind.
Deshalb brauchst du eine Kochalternative. Perfekt wäre natürlich ein eigener Holzofen, aber das ist für das Minimum System viel zu teuer und für viele nicht machbar.
Stattdessen empfehle ich einen einfachen Campingkocher mit Gaskartuschen.
Angegeben sind die Gaskartuschen (Butan 227g) mit 2-3 Stunden. Das aber bei niedrigerer Flamme. Bei voller Hitze landest du eher bei 1 – 1,5 Stunden.
Für 7 Tage solltest du mit etwa 4 Kartuschen über die Runden kommen, nimm aber lieber 8 (werden im 4er Pack verkauft). Dann hast du Reserve, wenn du mal mehr brauchst oder das Gas mal vergisst abzudrehen. (Gefährlich!)
Kochen solltest du nach Möglichkeit draußen. Ist dir das aber aus irgendeinem Grund nicht möglich, solltest du einen CO-Melder in der Küche installiert haben und den Raum gut lüften (Fenster auf / Kippen), damit du keine Kohlenmonoxidvergiftung erleidest (Tödlich!).
Auch wenn dadurch Wärme verloren geht.

Wärmeflasche
Als zusätzliche Wärmequelle in der Nacht eignen sich hervorragend Wärmeflaschen. Heißes Wasser aufkochen (mit dem Campingkocher) einfüllen und mit ins Bett nehmen.
Der Vorteil ist, dass diese relativ günstig sind und auch im Alltag gut genutzt werden können. Zum Beispiel als zusätzliche Wärme bei Krankheit.
Es schadet also nicht einige davon auf Lager zu haben. Eine Wärmeflasche pro Person ist ausreichend. Und schau, dass du auch einen Überbezug dazu hast. Damit kühlt die Wärmeflasche nicht so schnell aus.

Bonus: Handwärmer
Wenn du dir kein Reserve-Heizsystem zulegen willst, aber trotzdem bei einem Heizungsausfall eine kleine Wärmequelle haben möchtest, kannst du dir ein paar Handwärmer zulegen.
Die bieten je nach Modell 8-12 Stunden lang Wärme und eignen sich gut als kleines Heizungs- Backup.
Beachte, dass die Handwärmer ein Ablaufdatum von etwa 3 Jahre haben. Wenn du dir davon einen Vorrat anlegst, dann plane auch ein den alle 3 Jahre durchzurotieren.
Liste Minimum
Für einen 7 Tage Wärme – Plan im Winter brauchst du folgendes:
- 2 warme Hauben (Wolle/Fleece) / Person
- 1 Paar Hausschlapfen / Person
- 3 Paare warme Socken / Person
- 3 Garnitur lange Unterwäsche (Base-Layer) / Person
- 2 Pullover oder Fleecejacken (Mid-Layer) / Person
- 1 warme Winterjacke (Outer-Layer) / Person
- 1 Paar warme Handschuhe / Person
- 1 Paar Winterstiefel / Person
- 1 zusätzliche warme Winterdecke oder ein warmer Schlafsack / Person
- 1 Wärmeflasche / Person
- 2 Rollen breites Malerkrepp
- 1 Kohlenmonoxid – Melder mit Ersatzbatterien
- 1 Campingkocher mit 4 Gaskartuschen

Standard (30 Tage)
Bei einem Heizungsausfall von 30 Tagen, reicht „Warm halten“ alleine nicht mehr aus. Stattdessen brauchst du eine Heizalternative.
Um Treibstoff zu sparen konzentrieren wir uns auf die kontinuierliche Erwärmung von einem Raum. Eurem Haupt- Aufenthaltsraum unter Tags.

Heizbedarf berechnen
Um festzustellen, welches Alternative Heizsystem Sinn macht und wie viel Treibstoff du für die ersten 30 Tage benötigst müssen wir den Wärmebedarf ermitteln.
Dafür sehen wir uns zuerst den zu beheizender Raum an. Dafür brauchst du Raumfläche, Raumhöhe, Außenwandfläche und Fensterfläche deines zu beheizenden Raums.
Ich nehme hier mal als Beispiel ein 5mx4m (=20m²) Wohnzimmer mit 2,50m Raumhöhe, 2 Außenwänden (5m und 4m) und 2 Fenster mit je 1,20m².
- Fläche: 20m²
- Raumhöhe: 2,50m
- Fensterfläche: 2,40m²
- Außenwandfläche: 20,10m² (5m*2,5m +4m*2,5m = 22,50m². 22,50m² - 2,40m² = 20,10m²)
Als nächstes sehen wir uns die Temperaturen an. Als Außentemperatur nehme ich die durchschnittliche Temperatur im Winter 2024/2025 von 0°C und den Raum möchten wir auf 18°C erwärmen. Ergibt einen Temperaturunterschied von 18 (K).
Der Gesamte Wärmeverlust ergibt sich aus dem Wärmeverlust durch Lüftung / Infiltration und dem Wärmeverlust durch Transmission.
Als erstes rechnen wir den reinen Wärmeverlust durch Lüftung/Infiltration.
Die Grundformel dafür ist: Raumvolumen * 0,34 * Temperaturunterschied.
Grundsätzlich ist in den 0,34 aus der ÖNORM B8110-6 bereits das „normale Lüften“ berücksichtigt. Ich schlage aber noch mal einen Faktor von etwa 20% drauf, um zusätzliches Lüften gegen Kohlenmonoxidbildung einzuberechnen.
Wärmeverlust durch Lüftung / Infiltration ergibt somit: 50m³ * 0,34 * 1,2 *18 = 367,2W
Als nächstes benötigen wir den Wärmeverlust durch Transmission. Also die Wärme die durch das Gebäude (Fenster, Decke, Boden, Wände) verloren geht.
Wie du dir schon denken kannst, ist das stark vom Gebäude und der jeweiligen Dämmung abhängig.
Deshalb habe ich ein paar Varianten durchgerechnet. Von ungedämmten Altbauten bis hervorragend sanierten Gebäuden. Typische U-Werte dafür habe ich aus diesem Factsheet von klimaaktiv.at.
Berechnet wird der jeweilige Wärmeverlust indem die jeweilige Fläche mit dem U-Wert multipliziert wird und dieser dann mit dem Temperaturunterschied.
Als Beispiel bei der Außenwand haben wir 20,10m². Als U-Wert nehmen wir 0,60 an (guter Altbau). Der Temperaturunterschied beträgt wieder 18.
20,10 * 0,60 * 18 = 217,08 Watt gehen über die beiden Außenflächen raus.
Dasselbe musst du machen für Fenster (Fensterfläche) und Decke und Boden (jeweils Raumfläche).
Ich habe das mal für 5 Varianten durchgerechnet.
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|
Altbau ungedämmt max |
Altbau ungedämmt mitte |
Altbau ungedämmt min |
Sanierung sehr gut |
Sanierung hervorragend |
|
U-Wert Außenwand |
2,40 |
1,50 |
0,60 |
0,18 |
0,14 |
|
U-Wert Fenster |
4,60 |
3,55 |
2,50 |
0,90 |
0,80 |
|
U-Wert Decke |
1,80 |
1,25 |
0,70 |
0,14 |
0,11 |
|
U-Wert Boden (Kellerdecke) |
1,70 |
1,10 |
0,50 |
0,25 |
0,14 |
|
|
|
|
|
|
|
|
Wärmeverlust Außenwand |
868,32 |
542,70 |
217,08 |
65,12 |
50,65 |
|
Wärmeverlust Fenster |
198,72 |
153,36 |
108,00 |
38,88 |
34,56 |
|
Wärmeverlust Decke |
648,00 |
450,00 |
252,00 |
50,40 |
39,60 |
|
Wärmeverlust Boden |
612,00 |
396,00 |
180,00 |
90,00 |
50,40 |
|
Wärmeverlust Lüftung |
367,20 |
367,20 |
367,20 |
367,20 |
367,20 |
|
Wärmeverlust Summe |
2694,24 |
1909,26 |
1124,28 |
611,60 |
542,41 |
Die Berechnungen zeigen, dass der Wärmeverlust und damit Heizbedarf im Winter sehr stark von der Dämmung abhängig ist.
Für den gleichen Raum bei einem hervorragend sanierten Haus wird etwa nur ein Fünftel der Energie gegenüber einem schlechten, ungedämmten Altbau benötigt.
Folgendes solltest du noch berücksichtigen:
- Die Auskühlung der Nebenräume. Bei längeren
Heizungsausfällen wird das auch ein Thema.
Damit du das rechnen kannst, brauchst du den U-Wert der Innentüren und Innenwänden und die Temperatur der Nebenräume. Mit typischen Werten gerechnet lande ich bei etwa 20% mehr Wärmebedarf, bei allen Gebäudetypen. - Wir rechnen mit Durchschnittstemperaturen im Winter und nicht Tiefsttemperaturen. Aus dem einfachen Grund, weil wir bei einem Zeitraum von 30 Tagen ein drittel vom Winter abdecken, und auch wenn mal ein Tag -10°C hat, können das eine Woche drauf wieder konstante Plusgrade sein.
Die Ergebnisse in der Tabelle sind Verbräuche pro Stunde. (WH)
Um auf den Gesamtwärmebedarf für 30 Tage zu kommen, musst du das ganze *24 für einen Tag und dann *30 für 30 Tage multiplieren. Das Ergebnis sind dann die benötigten Wh. Dividiere es dann nochmal durch 1000 um die Werte in kWh zu haben.
Diesen Wert brauchst du damit du deinen Treibstoffvorrat berechnen kannst.
Durchgerechnet für alle 5 Beispiele komme ich dann auf:
- Altbau ungedämmt max: 1.939,85 kWh (=2694,24 * 24 * 30 / 1000)
- Altbau ungedämmt mitte: 1.374,67 kWh (=1909,26 * 24 * 30 / 1000)
- Altbau ungedämmt min: 809,48 kWh (=1124,28 * 24 * 30 / 1000)
- Sanierung sehr gut: 440,35 kWh (=611,60 * 24 * 30 / 1000)
- Sanierung hervorragend: 390,54 kWh (=542,41 * 24 * 30 / 1000)
Hier ein paar Tipps wie du einen zu hohen Bedarf runter bekommst:
- Sanieren: Teuer, aber senkt deine Heizkosten und steigert den Wert der Immobilien.
- Kleineren Raum wählen: Wähle einen kleineren Raum zum Beheizen. Weniger Fläche – weniger Heizbedarf.
- Raum teilen: Wäscheleine durch den Raum spannen und mit Decken, Teppiche und Rettungsdecken eine zusätzliche Wand bilden. Halbe Raumgröße = Halber Verbrauch. Aber achte darauf das Belüftung erhalten bleibt und Decken weit genug weg von der Wärmequelle ist, um einen Brand zu vermeiden.
- Zieltemperatur senken: Peile eine niedrigere Temperatur an. Zum Beispiel statt 18°C nur 16°C.

Heizalternative Holzofen
Warm anziehen und Wärme konservieren funktioniert gut für ein paar Tage, aber mittelfristig brauchst du wieder eine Heizquelle in der Wohnung.
Die beste stromlose Heizquelle ist hier mit Abstand ein Holzofen oder Holzkamin. Der Treibstoff (Holz) ist in unseren Breitengraden überall erhältlich und kann ohne viel Know-How selbst verarbeitet werden. (Axt, Motorsäge)
Zudem kommt, dass Holz gegenüber von anderer Wärmequelle wie Gas und Diesel keine besonderen Sicherheitsbestimmungen und Genehmigungen ausgesetzt sind.
Das was du aber benötigst ist ein Schornstein an den du anschließen kannst. Falls du keinen hast - zum Nachrüsten gibt’s Schornsteine aus Edelstahlrohre, die außen an der Hausmauer entlang nach oben geführt werden. Auch das ist also prinzipiell machbar.
Die meisten Holzkamine sind von der Leistung her überdimensioniert. Schon ein kleiner 5kW Ofen kann ein großes Wohnzimmer richtig gut beheizen.
Für das Holz brauchst du dann natürlich noch einen Lagerplatz. Am besten entlang der Hausmauer auf der Südseite aufstapeln und vor Regen und Schnee schützen. (Plane oder überdachtes Gestell)
Der einzige Nachteil beim Holzofen ist, dass das erstmal etwas ins Geld geht. So ab 1.000€ bekommst du die ersten guten Öfen. Dazu kommt:
- Anschlusskosten vom Ofenbauer
- Verrohrung und Verbrauchsmaterial
- Brandschutz (Steinboden, Glasplatte, Hitzeschutzplatten, etc…)
- Abnahme Schornsteinfeger
- Evtl. Edelsteinschornstein, wenn du den nachrüsten musst.
Rechne als mit ein paar Tausend Euro für die Installation.
Dazu brauchst du natürlich noch das Brennholz. Buchenholz hat zum Beispiel einen Brennwert von 2040 kWh / Raummeter. Das reicht locker für die Heizung eines großen Raumes für 30 Tage.
Für den Kauf von Holz nutze ich gerne willhaben.at oder ebay-kleinanzeigen. Mit 130€ oder oft deutlich weniger bekommst du dort schon einen Raummeter gutes Brennholz.

Notlösung: Gasheizer
Vorab – wenn du eine Möglichkeit hast einen Holzkamin oder Holzofen zu installieren, dann mach das.
Für 30 Tage brauchst du viel Treibstoff und eine sichere und legale Lagerung großer Mengen an Gas oder Diesel wird auch teuer und kann – je nach Region - Genehmigungspflichtig sein.
Für den Fall, dass das bei der nicht möglich ist, sehen wir uns trotzdem andere Lösungen an.
Eine dieser Lösungen sind Gasheizer. Wenn du dich nach einem Gerät umsiehst, solltest du auf ein paar Sachen achten:
- Das Gerät darf laut Hersteller in (gut belüfteten) Innenräumen betrieben werden.
- Sicherheitsfeatures wie ODS, Kippschutz und eine Zündsicherung
- Das Gerät sollte mindestens 4.000 Watt Heizleistung haben, um einen Raum mit 15 Quadratmeter bei guter Lüftung in einem Altbau zuverlässig beheizen zu können, ohne 24 Stunden durchgehend laufen zu müssen.
- Es ist ein Gasschlauch mit Druckregler dabei für den Gasflaschenanschluss
Zum Gasheizer musst du natürlich auch noch das Gas selbst einrechnen. Dazu ist es wichtig, dass wir uns den Bedarf ansehen. Siehe dazu das vorige Kapitel um deinen Gesamtverbrauch zu ermitteln.
Propan hat einen Heizwert von ~12,87 kWh/kg. Das heißt du dividierst deinen Heizbedarf durch diese Zahl.
Also zum Beispiel: 809,48 kWh / 12,87 = 62,90 kg Propan.
Rechne es aber wirklich für deine Situation aus, denn der Bedarf variiert stark. In den typischen Beispielen von 30 kg bei bester Sanierung bis 150 kg bei einem schlechten Altbau.
Die Gasheizer laufen in der Regel mit bis zu 15kg großen Gasflaschen. Also brauchst du irgendwo zwischen 2 und 10 solcher Flaschen. Das bringt man in der Regel nicht mehr ohne weiteres unter.
Und Achtung: Erkundige dich danach, wie viel Gas du lagern darfst, und ab welchen Mengen du eine Sondergenehmigung brauchst. Im privaten Bereich ab 35 kg ist in Österreich ein Genehmigungsverfahren Pflicht.
Am besten lagerst du dein Gas im Außenbereich. Beachte dabei folgende Punkte:
- Oberhalb Erdgleiche, niemals Keller/Schacht.
- Sehr gut belüftet (keine dichte Box).
- Stehend + gesichert gegen Umfallen.
- Weg von Öffnungen, Lichtschächten, Kanaleinläufen.
- Schattig / keine starke Erwärmung.
- Zündquellen/Brennlasten fernhalten.
- Diebstahlschutz (Kette/Käfig)

Heizdecke
Wenn du bereits ein Notstromkonzept für den Blackout hast – zum Beispiel eine PV – Anlage mit Speicher oder ein Notstromaggregat, kann auch eine elektrische Wärmequelle Sinn machen.
Am effizientesten sind Infrarot Heizdecken. Je nach Größe ziehen die zwischen 150 und 250 Watt. Das ist schon gar nicht mal so wenig und macht nur Sinn, wenn du ein gutes Notstromkonzept hast.
Gute Heizdecken sind teuer. Dennoch kann es sinnvoll sein, zumindest eine auf Lager zu haben, sollte jemand krank werden. Die zusätzliche Wärme, die eine Heizquelle bieten kann, kann die Genesung wesentlich beschleunigen.
Liste Standard
Für ein 30 – Tage taugliches Wärmekonzept benötigst du also:
- 1 Holzofen (Notlösung: Gasheizer)
- Einen 30 Tage Heizvorrat und ein geeigneter Lagerplatz
- 1 Heizdecke

Upgrade (Monate bis Jahre)
Bei einem System, dass dich über mehrere Monate trägt landest du schnell bei einem autarken Heizsystem, dass das ganze Haus heizt.
Autarkes Heizungssystem
Um wirklich längere Zeit autark zu heizen, kommst du an einem autarken Heizungssystem nicht vorbei.
Anstatt nur einen Raum zu beheizen, heizt du damit wieder das ganze Haus und machst die Warmwasseraufbereitung.
Besonders gut eignen sich dafür wieder Heizungen mit Holz als Quelle. Ganz einfach aus dem Grund, weil es leicht zu verarbeiten und überall erhältlich ist. Gute Kandidaten sind Scheitholzkessel oder Kaminöfen mit Wassertaschen.
Aber Achtung: Zumindest für die Steuerung der Heizung und der Pumpen benötigst du Strom. Eine inselfähige PV Anlage mit kleinem Speicher solltest du also schon haben, damit du die Heizung auch gut nutzen kannst.
Kostentechnisch wird das relativ teuer. Du brauchst im Prinzip ein zweites Heizsystem, dass in das aktuelle System integriert ist. Du brauchst also:
- Zusätzlichen Platz für das Zweitsystem
- Anschluss an die bestehende Heizung
Dazu ein Jahresvorrat an Heizmaterial. Nimm dafür deinen jährlichen Heizbedarf und nicht die Werte aus dem Bedarf im Standard! Der war ja nur für einen Raum gedacht. Hier beheizt du ja das gesamte Haus und machst Warmwasser.